Uwe Sunkel

Seit über 20 Jahren führt Uwe Sunkel Projekte im nationalen und internationalen Human Resources Umfeld durch. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen des Mittelstands ebenso wie internationale Großkonzerne.

War for Talent? Kinderfasching!

War for Talent? Kinderfasching!

Eine neue Tragödie rollt auf die krisengeschüttelte Zunft der Recruiter zu. Die Wirtschaft wächst und daher geht's jetzt mit der Gewinnung der besten Mitarbeiter erst so richtig los. War for Talent? Kinderfasching!

Unternehmen stellen wieder verstärkt ein

Gerade wurden die neuen Ergebnisse des Hays Fachkräfte-Index vorgelegt. Diese Werte basieren auf einer quartalsweisen Auswertung aller relevanten Stellenanzeigen in den überregionalen und regionalen Tageszeitungen sowie der meistfrequentierten Online-Jobbörsen. Der Trend zeigt aktuell nach oben, was bedeutet, dass Unternehmen offenbar wieder verstärkt einstellen (wollen).

Mitte 2013 sprach der Index noch von einer deutlichen Abschwächung oder gar einem Abwärtstrend für bestimmte Berufsgruppen (z. B. IT-Experten oder Ingenieure). Bei den Ingenieuren ging der Bedarf über mehrere Quartale kontinuierlich zurück. Insbesondere in den Bereichen Automotive, Elektro- sowie Medizintechnik. Lediglich Ingenieurbüros suchten im gleichen Zeitraum weiterhin nach neuen Mitarbeitern. Das finde ich hochinteressant und komme darauf gleich nochmals zurück.

Die Trendwende 2014

Im ersten Quartal 2014 hat die Suche nach IT-Experten im Bereich Automotive wieder stark angezogen. Das hätte ich sogar dann prognostiziert, wenn ich die Ergebnisse der Studie nicht gekannt hätte. Warum? Weil das die klassische Reaktion träger Recruiting-Abteilungen ist. Und das ist nicht einmal böse gemeint. Die von mir unterstellte Trägheit bzw. die Tatsache, dass Unternehmen eher reagieren als sich pro-aktiv auf erwartete Veränderungen vorzubereiten, liegt in der Natur schlanker Personalorganisationen. Die können es sich nämlich gar nicht leisten, einen Overhead für künftige Wachstumsphasen vorzuhalten. Erst, wenn der Aufschwung erkennbar ist, wird händeringend nach geeigneten Mitarbeitern gesucht. Die müssen dann schnellstmöglich an Bord geholt werden. Wie praktisch, dass der Arbeitsmarkt Fachkräfte ohne Ende vorhält, die Konkurrenz selig schläft und die Kündigungsfristen so schön kurz sind. Das (!) war jetzt böse.

Wer hat seine Hausaufgaben gemacht?

Aber mal im Ernst. Deutschland ist auf dem Weg zur Vollbeschäftigung! Im April fiel die Zahl der Arbeitslosen unter drei Millionen. Wer jetzt größere Mengen von Mitarbeitern sucht, der hat ein echtes Problem. Insbesondere dann, wenn es sich um dringlich gesuchte Experten handelt. Jetzt zahlt es sich aus, wenn Unternehmen in den letzten 2-3 Jahren ihre Recruiting-Hausaufgaben gemacht und kräftig in die Weiterbildung ihrer Recruiter investiert haben. Sie wissen schon: Employer Branding, Social Recruiting, Talent Relationship Management etc. Nur genau das haben die meisten HR Manager in der ihnen eigenen Überheblichkeit natürlich nicht getan. Denn dieser ganze neumodische Kram - das ist ja lediglich eine Modeerscheinung, kostet nur Geld und funktioniert sowieso nicht. "Hochmut kommt vor dem Fall!", warnt ein altes Sprichwort.

Die Gunst der Stunde

Eingangs erwähnte ich die Ingenieurbüros, die sich in den letzten Jahren mit guten Leuten eingedeckt haben. Diese gehen goldenen Zeiten entgegen. Ebenso werden die Vermittler für Interim Manager, Projektmanager und freiberufliche Experten von der Situation profitieren. Dort, wo der Engpass kurzfristig nicht durch Festanstellung gelöst werden kann, werden die Unternehmen in den kommenden Monaten verstärkt auf Interim Ressourcen zurückgreifen (müssen). Die stehen nämlich innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung, sind erstklassig qualifiziert und können selbst unerwartete Wachstumsphasen ohne Zeitverlust unterstützen.

Und das ist gut so. Denn die Zusammenarbeit mit externen Partnern - ganz gleich, ob Ingenieurbüro oder Interim Management Provider - hilft den Unternehmen, eine „atmende" Organisation aufrecht zu erhalten. Das absolut notwendige Kernteam wird nur bei Bedarf (temporär) um zusätzliche Ressourcen ergänzt. Wer sich für die Zusammenarbeit mit Vermittlern entscheidet und bereit ist, das Geld für diese Dienstleistung auszugeben, kann bevorstehenden Wachstumsphasen daher recht gelassen entgegen sehen. Zusätzlicher Bedarf wird dann eben durch den Einkauf externer Ressourcen gedeckt.

Sinn und Unsinn

sucheWiderspreche ich mir da gerade selbst? Eben habe ich doch noch zwischen den Zeilen die Professionalisierung der Recruiter gefordert ... Aus meiner Sicht liegt darin kein Widerspruch. Der Punkt ist nämlich folgender: Die Zusammenarbeit mit Interim Managern und Experten auf Zeit muss von vornherein ein „endlicher" Zustand sein. Interim Management ist eine Ergänzung und kein Substitut. Interim Ressourcen sollten nur dann eingesetzt werden, wenn der Bedarf tatsächlich temporär ist. Auch eine Vakanzüberbrückung für einen befristeten Zeitraum ist durchaus legitim. Wenn der Bedarf allerdings dauerhaft ist und nur deshalb nicht gedeckt werden kann, weil die internen Recruiter Scheiße nicht von Schuhcreme unterscheiden können, dann ist der Interim Manager wahrlich nicht mehr, als ein teurer Lückenfüller.

Unsere derzeit verfügbaren Interim Manager, Themen-Experten, Projektmanager und Unternehmensberater finden Sie hier.

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Comments 1

Guest - Michael Messer on Monday, 12 May 2014 14:53

Tja, da ist wohl alles gesagt ;-) Denn genauso sieht es aus!

Allerdings darf man getrost den Fachverbänden den IHK´s, den HWk´s und letztlich denjenigen die sich mit Nachwuchssicherung und Standortsicherung in Bund, Land, und Stadt beschäftigen, ähnliche Noten geben, wie den Recruitern.

Beispiel: MINT-NachWuchs!
Da werden Millionen in Projekte gesteckt die selbst Ihre lokalen Zielgruppen lediglich teilweise erreichen.
Eine Orientierung über alle Projekte ist nicht auffindbar, weil es an professioneller Kommunikation, an Branding, Event und kalr auch Werbung fehlt, > ja diese sogar von den Projekträgern nicht gewünscht und NICHT finanziert wird.
Der Satz "Tue Gutes und rede darüber" wird falsch interpretiert, denn Ausgaben dafür sind nicht geplant!

die kleinen und mittelsctändischen Unternehmen schreien förmlich nach Unterstützung.
Konzepte sind vorgestellt und sogar allseits als unterstützungswürdig eingestuft worden.
Nur wenn es ans TUN und um VERANTWORTUNG geht, dann ist es immer der ANDERE der beginnen muß.

Michael Messer Interimsmanagement/Business Development und Initiator von "Werd was ... mit Zukunft!" (http://www.wwmz.de)

Tja, da ist wohl alles gesagt ;-) Denn genauso sieht es aus! Allerdings darf man getrost den Fachverbänden den IHK´s, den HWk´s und letztlich denjenigen die sich mit Nachwuchssicherung und Standortsicherung in Bund, Land, und Stadt beschäftigen, ähnliche Noten geben, wie den Recruitern. Beispiel: MINT-NachWuchs! Da werden Millionen in Projekte gesteckt die selbst Ihre lokalen Zielgruppen lediglich teilweise erreichen. Eine Orientierung über alle Projekte ist nicht auffindbar, weil es an professioneller Kommunikation, an Branding, Event und kalr auch Werbung fehlt, > ja diese sogar von den Projekträgern nicht gewünscht und NICHT finanziert wird. Der Satz "Tue Gutes und rede darüber" wird falsch interpretiert, denn Ausgaben dafür sind nicht geplant! die kleinen und mittelsctändischen Unternehmen schreien förmlich nach Unterstützung. Konzepte sind vorgestellt und sogar allseits als unterstützungswürdig eingestuft worden. Nur wenn es ans TUN und um VERANTWORTUNG geht, dann ist es immer der ANDERE der beginnen muß. Michael Messer Interimsmanagement/Business Development und Initiator von "Werd was ... mit Zukunft!" (www.wwmz.de)
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