Totgesagte leben länger

Totgesagte leben länger

Bis 2017 wird die Zahl der facebook-Nutzer um 80 Prozent abnehmen, behaupten zwei Doktoranden der amerikanischen Eliteuniversität Princeton. Sie vergleichen die Ausbreitung des Netzwerks mit der einer epidemischen Krankheit. Ich möchte dem hinzufügen: Achten Sie beim Autofahren auf das Ende der Straße - denn bekanntlich ist die Erde ja eine Scheibe.

Das Blogger-Thema Nr. 1

Die vorgelegte Studie von John Cannarella und Joshua Spengler des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik (!) besagter Hochschule war in der vergangenen Woche sicherlich eines der am heftigsten und kontroversesten diskutierten Themen - nicht nur auf facebook selbst. Viele der bekannten Publikums-Blogger haben sich über das Thema ausgelassen. Da möchte ich Ihnen meine eigene unbedeutende Meinung nicht vorenthalten.

Haltet mir die Mathematiker vom Leib

Ich habe es schon während der Woche kritisiert: Haltet mir bitte die Mathematiker vom Leib, wenn menschliche Verhaltensweisen erklärt werden sollen. Dabei habe ich grundsätzlich nichts gegen Studien - solange ich sie selbst gefälscht habe. Ansonsten würde ich mich wohler fühlen, wenn die Raketenforscher bei ihrer Kernkompetenz blieben und die Wahrscheinlichkeit für außerirdische Lebensformen berechnen würden. Oder meinetwegen auch die Wahrscheinlichkeit dafür, ob E.T. und seine Freunde vielleicht inzwischen sogar ein eigenes interstellares facebook aufgebaut haben. Aber die Letalität der facebook-Gemeinde vorher zu sagen, das sollten dann doch eher die Verhaltensforscher und Psychologen tun.

Der wissenschaftliche Ansatz

Die These der beiden Doktoranden beruht auf Daten von Google. Google nutzt den Input seiner Nutzer, um die Ausbreitung von Grippe-Epidemien vorherzusagen: Wird in bestimmten Gebieten z. B. vermehrt nach Begriffen wie "Flu" (Grippe) gesucht, ist dort kurze Zeit später eine entsprechende Krankheitswelle festzustellen. Nach diesem Muster haben sich Cannarella und Spechler angeschaut, wie oft „facebook" als Suchbegriff bei Google eingegeben wird. Seit einem offenbar überschrittenen Zenit im Jahr 2012 ging die Anzahl der Suchanfragen nach diesem Begriff, wie Google Trends zeigt, messbar zurück. Ich habe wirklich nicht viel Ahnung von naturwissenschaftlichen Forschungsansätzen. Aber bei dieser Milchmädchenrechnung stehen selbst mir die Haare zu Berge.

Inhaltliche Schwächen der Studie

Doch auch unabhängig von meinen persönlichen Vorurteilen gegenüber Mathematikern hat die Studie inhaltliche Schwächen. Nach der gleichen Logik werden wir im Jahr 2060 auf der Erde keine Luft mehr zum Atmen haben. Die Studie klammert z. B. in unzulässiger Weise aus, dass sich Technologien weiterentwickeln, neue Angebote in facebook integriert werden und dritte Applikationen die Kraft des Netzwerkes immer stärker für die Vernetzung eigener User nutzen. Das ist dann eher so wie ein Virus, der ständig mutiert und Allianzen mit weiteren Killerviren eingeht. facebook ist dann nicht die neue Beulenpest sondern eher so wie Herpes: Wer es einmal hat, wird es nie wieder los.

So musste ich dann auch schmunzeln, als ich die souveräne Gegendarstellung aus dem facebook-Lager selbst las. In dieser Studie wird nämlich anhand der gleichen Methoden nachgewiesen, dass die Alma Mater der beiden Doktoranden im Jahr 2021 keine Studenten mehr haben wird. Sehr schön.


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