Uwe Sunkel

Seit über 20 Jahren führt Uwe Sunkel Projekte im nationalen und internationalen Human Resources Umfeld durch. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen des Mittelstands ebenso wie internationale Großkonzerne.

Respektieren Sie Ihre Bewerber?

Respektieren Sie Ihre Bewerber?

Manchmal wird man gezwungen - und manchmal lohnt es sich dann auch – über eigentlich selbstverständliche Dinge nachzudenken. So geschehen am letzten Freitag. Da erhielt ich nämlich eine Email eines Interim Managers, der sich auf eines unserer Projekte beworben (und eine Absage erhalten) hatte.

In der Nachricht war zu lesen: „Sehr geehrter Herr Sunkel, herzlichen Dank für die rasche Bearbeitung meiner Bewerbung und Ihr professionelles Feedback. Leider ist es keine Selbstverständlichkeit, dass wir Interim Manager von unseren Providern eine Rückmeldung bekommen. Zumindest dann nicht, wenn wir im Bewerbungsprozess gegen einen besseren Kandidaten verlieren ... Herzliche Grüße, Ihr ..."

Man muss hierzu wissen, dass dieser Kollege von uns eine Absage erhalten hatte, da wir einen anderen Interim Manager, der für die Aufgabe einfach besser qualifiziert war, an unseren Kunden vermittelt haben. In solchen Fällen machen wir uns trotzdem die Mühe, allen anderen Bewerbern eine persönliche Absage zukommen zu lassen. Ich halte das für eine Selbstverständlichkeit.

Da wir jedoch recht oft solche Emails erhalten, frage ich mich schon, wie schlecht es um die Zunft der Vermittler bestellt sein muss, dass sich regelmäßig Interim Manager bei uns für die gute Kommunikation bedanken. Es sind ja immer nur die Spitzen der Eisberge, die aus dem Wasser ragen. Mir wird schlecht, wenn ich mir vorstelle, welcher Kommunikations-Notstand dort draußen möglicherweise herrscht.

Jeder Mitarbeiter eines Providers, der diese Zeilen liest, kann sich selbst einmal überprüfen, ob er dies auch so handhabt. Es sind ja in der Regel nicht die Unternehmen sondern die dort tätigen Vermittler (Einzelpersonen), die gut oder schlecht kommunizieren. Ich weiß, dass es viele Kollegen gibt, die ihren Job ganz großartig machen. Ich habe jedoch auch schon (persönlich) andere Beispiele erlebt. Unabhängig von meiner Person ist meine Meinung dazu jedenfalls kristallklar.

Wenn Sie Ihre Bewerber als Bittsteller betrachten, dann machen Sie einen grundsätzlichen (Denk-)Fehler. Menschen wollen mit Respekt behandelt werden. Das gilt übrigens gleichermaßen für die Vermittler wie auch für die Personalabteilungen in den Unternehmen. Jeder Mensch, ob Bewerber oder Freiberufler, hat Respekt verdient. Wer sind wir, dass wir uns über andere stellen dürften?

Seit Jahren können Sie in den Studien zur Bewerberzufriedenheit immer wieder lesen, dass die Kommunikation (speziell Eingangsbestätigung, Zwischenbescheid, Absage etc.) eine maßgebliche Rolle dabei spielt, wie das Unternehmen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Wer hier nicht gut ist, der riskiert einen Imageschaden.

Wir sollten nicht auf der einen Seite große Budgets in Vertrieb und Employer Branding Kampagnen investieren und dann an Kleinigkeiten wie einer schlechten (oder fehlenden) Kommunikation scheitern. Jeder Bewerber ist ein Meinungsbildner und kommuniziert schlechte Erfahrungen garantiert in seinem Netzwerk weiter. Ungefähr siebenmal häufiger, als eine positive Erfahrung. Sie können sich dazu gerne mal die Kandidatenbewertungen auf KUNUNU anschauen ...

Um es kurz zu machen: wenn Sie schon nicht aus einem tief empfundenen Selbstverständnis heraus mit Ihren Bewerbern kommunizieren, dann tun Sie es wenigstens für den Ruf Ihres Unternehmens. Viele Recruiter, die ich kenne, haben das bereits erkannt und leisten in der Bewerberkommunikation hervorragende Arbeit.

Und auch bei den großen Vermittlern, die häufig im Kreuzfeuer der Kritik stehen, gibt es einzelne Personen, die einen guten Job machen. Kritisch wird es immer dann, wenn das Massengeschäft im Vordergrund steht, anspruchsvolle Umsatzziele erreicht werden müssen und relativ unerfahrene Ansprechpartner auf der Providerseite ins Rennen geschickt werden. Nachhaltigkeit spielt in solchen Fällen leider nur selten eine Rolle.


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