Uwe Sunkel

Seit über 20 Jahren führt Uwe Sunkel Projekte im nationalen und internationalen Human Resources Umfeld durch. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen des Mittelstands ebenso wie internationale Großkonzerne.

Mit Angela ins Paradies

Mit Angela ins Paradies

Zugegeben - am Tag nach der Bundestagswahl ist es schon sehr verlockend, die eigene Meinung über den Ausgang derselben mitzuteilen. Ich denke jedoch, dass die Kollegen der Süddeutschen oder FAZ das besser können. Fest steht jedoch, dass "Schwarz-Gelb" bereits in wenigen Wochen eher mit der Biene Maja assoziiert werden wird, als mit der letzten Bundestagskoalition. Und fest steht wohl auch, dass die FDP weniger auf den alten Gassenhauer des Herbert Grönemeyer hätte hören sollen. War er es doch, der seinerzeit forderte: "Kinder an die Macht!". Ups, das war jetzt böse ...

Farbenfroh wird es allemal weitergehen. Rot, Grün, Schwarz, nochmal Rot. Vielleicht ein wenig Lila oder Blau dazu? Dann kräftig durchrühren und fertig ist die Schlampe-Pampe (würde meine Tochter jetzt sagen ...). Doch das alles bewegt mich heute früh nicht wirklich. Vielmehr habe ich mir einmal mehr die Frage gestellt: was bewegt Menschen eigentlich dazu, sich für (oder gegen) eine Idee zu entscheiden?

Und da sind wir - ob wir's wollen oder nicht - auf einmal bei den großen Religionen angekommen. Ja, Sie lesen richtig! Wissen Sie, wie Religion funktioniert? Ich kann Ihnen dazu eine kurze Geschichte erzählen.

Ein Mann kommt zu einem katholischen Pfarrer und fragt: "Gibt es einen Himmel und komme ich nach dem Tod dorthin?" Der Pfarrer antwortet: "Ja mein Sohn. Den Himmel gibt es. Und wenn Du an Gott glaubst, dann kommst Du nach dem Tod in den Himmel." Darauf der Mann: "Aber was ist, wenn ich mein ganzes Leben lang glaube - und dann gibt es am Ende keinen Gott ... ?" "Nun.", sagt der Pfarrer, "Du wirst solange warten und glauben müssen. Denn die Belohnung erfährt nur der wahrhaft Gläubige - nach seinem Tod, wenn er in den Himmel aufsteigt."

Die Hauptaussagen der großen Religionen werden mit dieser Logik unantastbar und unwiderlegbar gemacht. Der früheste Zeitpunkt für einen Beweis liegt nach dem Tod. Und zu Lebzeiten werden die Gläubigen von dieser Hoffnung getrieben. Vielleicht auch von der Unsicherheit, was denn geschieht, wenn das alles wahr ist und sie zu Lebzeiten nicht geglaubt haben. Respekt! Das ist verdammt clever gemacht.

Die in Aussicht gestellten Belohnungen freilich sind nicht in jeder Religion gleich. Selbst innerhalb eines Landes gibt es da Unterschiede. Während die Deutschen Katholiken in Frankfurt glauben, sie dürften nach dem Tod auf einer weißen Wolke Harfe spielen, erhoffen sich die Bayern wahrscheinlich eher eine zünftige Mass Bier bei einer Partie Doppelkopf mit dem Engel Alois. Sehr interessant ist auch das Konzept des Islam, der dem gläubigen Muslim bei Eintritt ins Paradies 72 Jungfrauen verspricht. Da kann ich schon verstehen, warum der eine oder andere konvertiert.

Und damit zurück zu den Gelben. Ich habe gestern Abend ein Interview mit dem ehemaligen Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion Wolfgang Gerhardt gehört. Der hat ganz richtig erklärt, dass die Stärkung des eigenen Profils auch in einer außerparlamentarischen Opposition gelingen kann. Ja, lieber Herr Gerhardt. Dem stimme ich zu. Das Wichtige dabei ist jedoch, dass die Rückkehr auf die politische Bühne mit den richtigen Argumenten und über die Erzeugung von Hoffnung erfolgen muss.

Und sind wir mal ehrlich: die Wahlkampfprogramme der Parteien waren selten so austauschbar, wie in diesem Jahr. Über den Erfolg oder Niedergang haben daher ganz sicher nicht nur die inhaltlichen Aussagen entschieden, sondern vor allem der Glaube an das, was kommt. Oder - um in die Analogie zurück zu kehren - der Glaube an das Paradies.

Bleibt nur zu hoffen, dass wir dort nicht mit Wolfgang Schäuble Doppelkopf spielen müssen. Mein persönliches Schreckens-Szenario wären jedoch die 72 Jungfrauen. Alle nach dem Ebenbild von Angela Merkel geschaffen. Dann hätten wir wirklich mit Zitronen gehandelt.


20 Jahre - und (k)ein bißchen weise
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