Bernd Danckert

aktuelle Beiträge rund um Recruiting und Interim Management

Innovationsfähigkeit: Voraussetzung zur erfolgreichen Gestaltung des digitalen Wandels in Unternehmen

Innovationsfähigkeit: Voraussetzung zur erfolgreichen Gestaltung des digitalen Wandels in Unternehmen

Tiefgreifende persönliche Veränderungen wie zum Beispiel ein Jobwechsel fallen den Menschen oftmals nicht leicht. Die Zukunft in der neuen Umgebung ist noch ungewiss und es tauchen Zweifel auf, ob die Kündigung beim alten Arbeitgeber doch zu voreilig vollzogen wurde. Trotzdem erweist sich der Schritt später im Rückblick fast immer als richtig und notwendig.

Ganz ähnlich verhält es sich mit der Einführung von Neuem in Unternehmen. Die Verantwortlichen wissen, dass etwas getan werden muss – derzeit ist zum Beispiel allen die Bedeutung von digitalen Innovationen sehr wohl bewusst. Dennoch gibt es immer wieder erhebliche Widerstände von Mitarbeitern aber auch des Managements gegen Veränderungen.

Das liegt zum Einen daran, dass die handelnden Personen zu wenig Motivation verspüren, die immer auch sehr aufwändigen Innovationsprojekte anzugehen. Es ist nicht klar, ob die neue Entwicklung tatsächlich zur Umsetzung kommt und sich zu einem Erfolg entwickelt. Viele Menschen (und auch ganze Unternehmen) neigen dann eher dazu, das Risiko zu vermeiden und lieber im alten Zustand zu verharren: „Es hat doch bisher auch alles ganz gut funktioniert".

Der andere Grund hat mit den notwendigen Rahmenbedingungen für Innovationen zu tun. Dabei geht es nicht in erster Linie um die finanziellen Mittel, sondern um Fragen der Innovationskultur. Am wichtigsten ist eine Atmosphäre des Vertrauens zwischen den Mitarbeitern sowie vor allem zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Nur dadurch wird Verantwortungsgefühl und Eigenmotivation entwickelt. Darauf aufbauend etabliert sich ein gemeinsames Verständnis dafür, dass in den naturgemäß riskanten Innovationsprozessen auch Fehler gemacht werden dürfen. Ja sogar, dass diese notwendig sind, um daraus wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Schließlich sollte ein offener Informationsaustausch in alle Richtungen stattfinden, der auch an den Unternehmensgrenzen nicht Halt macht. Sehr viele Inspirationen kommen von außerhalb des Unternehmens und entstehen zudem außerhalb der Arbeitszeit.

Die meisten Manager würden diese Aussagen sofort unterstützen - theoretisch. In der Praxis sieht es leider sehr oft ganz anders aus. Viele Führungskräfte erkennen noch nicht ausreichend das Besondere an Innovationsprozessen und versuchen verzweifelt, die zunehmende Komplexität der Aufgaben mit autokratischen Führungsmethoden und noch mehr Prozessvorschriften in den Griff zu bekommen. Dabei geht ohne eine innovationsfördernde Unternehmenskultur gar nichts voran. Wir brauchen außergewöhnliche Mitarbeiter, die die notwendige Leidenschaft und auch die erforderliche Qualität mitbringen - erfolgreiche Start-ups sind hier gute Vorbilder. Gerade die Führungskräfte haben eine enorm hohe Verantwortung. Sie prägen durch ihr Verhalten die Innovationskultur des Unternehmens. Mitarbeiter merken sehr genau, ob ihre Chefs Innovationen engagiert vorantreiben oder nur persönliche Vorteile anstreben.

Was muss nun getan werden und was ist notwendig in der Zukunft?

Zunächst einmal ist es wichtig, für Innovationsprozesse nur die besten und fähigsten Mitarbeiter und Führungskräfte einzusetzen. Diese sollten überdurchschnittlich motiviert sein und Qualitäten besitzen, die über den Betrieb von Standard- und Routineprozessen weit hinausgehen.

Strategisch gesehen sollte aus meiner Sicht die HR-Funktion ein größeres Gewicht im Unternehmen bekommen. So ist bereits bei der Personalauswahl, insbesondere der Führungskräfte, auf entsprechende Qualitäten zu achten. Ideal sind Kandidaten, die wie Unternehmer denken und handeln. Diese sogenannten Intrapreneure müssen im Unternehmen die Freiheiten bekommen, die sie benötigen, um ihre Potenziale voll zu entfalten. Kurzfristig sind Schulungen zu allen Facetten des Innovationsmanagements möglich, aber wichtiger ist eine langfristige Personalentwicklung. Die Motivation der Leistungsträger und Innovatoren wird gestärkt, wenn diese ihre Bedeutung für das Unternehmen spüren. Gleichzeitig gibt man damit ein Signal, dass sich eine positive Einstellung zu Innovationen immer lohnt.

Abschließend würde ich gerne noch für einen Blick über den Tellerrand plädieren. Man muss sich auch einmal durch branchenfremde Innovationen inspirieren lassen. Das hat auch etwas mit Offenheit zu tun für Ideen, die oftmals von außen in die Unternehmen hereingetragen werden. In diesem Sinne wird die Bedeutung von Open Innovation weiter zunehmen, d.h. Unternehmen werden ohne Informationsaustausch und Zusammenarbeit mit externen Partnern bei Neuentwicklungen nicht mehr bestehen können. Das schließt durchaus auch Beratungsunternehmen mit ein, die mit Branchenkenntnissen und neutralem, ganzheitlichem Blick die Veränderungsprozesse wirkungsvoll unterstützen.

Wenn Sie in meiner Aufzählung technische, betriebswirtschaftliche und organisatorische Aspekte vermissen, dann ist das durchaus Absicht. Die Entwicklung technischer Lösungen, die Finanzierung von Innovationen sowie die Implementierung bestimmter Prozesse bzw. Methoden sind natürlich ebenso notwendig - aber ohne eine innovationsfördernde Unternehmenskultur sind dies lediglich stumpfe Waffen.

Die Rasanz der Entwicklung digitaler Innovationen lässt uns keine andere Wahl: Wir müssen uns dieser Tatsache nicht nur stellen, sondern diese aktiv mitgestalten. Das geht nur mit einer positiv ausgeprägten „Innovationsfähigkeit", d.h. einer das neue und die Veränderung begrüßende und fördernde Unternehmenskultur. Auch jeder einzelne Mensch muss sich persönlich dieser Herausforderung stellen, damit er nicht in einigen Jahren verpassten Gelegenheiten nachtrauert und später stolz auf die eigene Entwicklung zurück schauen kann.

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Saturday, 24 February 2018

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