Uwe Sunkel

Seit über 20 Jahren führt Uwe Sunkel Projekte im nationalen und internationalen Human Resources Umfeld durch. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen des Mittelstands ebenso wie internationale Großkonzerne.

Sozietäten - das bessere Provider-Modell?

Sozietäten - das bessere Provider-Modell?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Interim Management Provider und einer Sozietät? Und welche Vorteile bietet mir die Zusammenarbeit mit einer Sozietät? Wäre das evtl. sogar ein Modell, mit dem ich mich selbst noch erfolgreicher als Interim Manager positionieren kann? Diese Fragen sind uns gut bekannt. Da wir selbst von dem Modell der Interim Management Sozietäten überzeugt sind, haben wir in diesem Blog die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.

Der Aufschwung der Sozietäten

Nahezu alle Interim Manager haben im Lauf ihrer professionellen Arbeit irgendwann Kontakt zu einem (oder mehreren) Interim Management Providern. Von den einen gehasst - von den anderen geliebt - sind die Provider jedenfalls seit vielen Jahren ein fester Bestandteil in der Branche. In den letzten Jahren sind neben den reinen Providern die sogenannten Sozietäten entstanden. Sozietäten sind Zusammenschlüsse selbständiger Interim Manager, die unter einer einheitlichen Dachmarke auftreten. Auch consultnet ist übrigens eine Partner-Sozietät (siehe unten). Häufig entstehen solche Netzwerke zunächst mit einer klaren fachlichen Ausrichtung oder mit einem Branchen-Schwerpunkt. So finden wir z. B. Zusammenschlüsse von HR-Managern, Controllern oder Einkäufern, die ein bestimmtes Marktsegment gemeinsam und mit einer gemeinsamen Corporate Identity (CI) bearbeiten. Je nachdem, wie sich die Partner der Sozietät bezüglich ihrer Spezialisierung (Fachbereich oder Branche) zusammensetzen, kann die Sozietät theoretisch die gleichen Leistungen anbieten wie ein Vollsortiment-Anbieter im Interim Management.

Viele Vorteile in der Zusammenarbeit

Grundsätzlich kann die Zusammenarbeit von fachlich spezialisierten Interim Managern in einer Sozietät durchaus Vorteile bringen - und zwar allen Beteiligten. Allein der fachliche Austausch untereinander bzw. die Ergänzung bestimmter Kompetenzen innerhalb eines gemeinsamen Projekts bringt bereits einen deutlichen Mehrwert für die Kunden. Aber auch die Tatsache, dass sich klassische Einzelkämpfer in einer „virtuellen" - manchmal sogar gelebten - Organisation zusammenschließen, wirkt auf den Einzelnen in der Regel motivierend und steigert den persönlichen Wohlfühl-Faktor.

Für die Unternehmen ist es ebenfalls attraktiv, mit einer Sozietät zusammenzuarbeiten. Ein einfaches Beispiel macht deutlich, welchen entscheidenden Vorteil solche Netzwerke bieten: Die meisten Interim Manager versuchen (mehr schlecht als recht) sich selbst zu einer eigenen „Marke" aufzubauen. Visitenkarten, Webseiten und sonstige Werbeträger gehören heute zum Standard. Wenn jedoch zehn Interim Manager mit einer eigenen Marke auf denselben Kunden zugehen, dann wird dies als Belästigung empfunden. Schließen sich jedoch diese zehn Interim Manager zu einer Sozietät zusammen und verwenden eine einheitliche Dachmarke, dann steigt die Wahrscheinlichkeit einer positiven Wahrnehmung signifikant. Allein schon der einheitliche Auftritt symbolisiert bereits Professionalität, Größe und Stärke. Dies sind entscheidende Messkritierien bei der Auswahl eines potentiellen Dienstleisters.

Partner müssen aktiv werden

Allein der Titel „Sozietät" genügt freilich nicht, um die Mitglieder gleichermaßen mit Aufträgen und Umsatz zu versorgen. Schon die Erwartungshaltung wäre falsch. Innerhalb einer Sozietät entscheidet nach wie vor das vertriebliche Engagement des Einzelnen darüber, wie erfolgreich dieser sich selbst in neue Projekte verkaufen kann. Ohne die aktive Arbeit am potentiellen Neukunden ist zwar schon die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Partner einen neuen Auftrag erhält (z. B. durch die Bewerbung der Marke) - allerdings ist dieser Ansatz dann eher mit der Vermittlung über einen normalen Provider vergleichbar, also rein opportunistisch.

Unter dem Strich bieten Sozietäten ihren Partnern vielfältige Möglichkeiten. Neben der Professionalisierung geht es dabei natürlich auch um zusätzlichen Umsatz. Auch das sollte hier einmal klar und deutlich gesagt werden. Während der einzelne Interim Manager nur sich selbst verkaufen kann, kann der Partner einer Sozietät auf den qualitätsgesicherten Manager-Pool zugreifen und weitere Kollegen in Überhangsmandate vermitteln bzw. als zusätzliche Ressourcen in seinem eigenen Projekt einsetzen. Für solche Vermittlungen werden normalerweise Provisionen bezahlt, sodass der Umsatz des Partners steigt. Ein regelmäßig aktiver Sozietäten-Partner kann darüber leicht 25-30% seines eigenen Umsatzes zusätzlich verdienen. DasModell kann sich sogar dahingehend entwickeln, dass einzelne Partner „nur" noch Vertrieb machen und ihren vollständigen Umsatz über die Vermittlungsprovisionen erwirtschaften.

Wie Sie die richtige Sozietät finden

Wer sich für die Partnerschaft in einer Sozietät interessiert, der sollte sich zunächst folgende 10 Fragen beantworten:

  1. Passen meine eigenen Schwerpunkte (fachlich oder Branche) zur Sozietät bzw. stellen diese eine sinnvolle Ergänzung des Angebots dar?
  2. Wie präsentiert sich die Sozietät am Markt (Webseite, Broschüren etc.)? Passt das zu meiner eigenen Vorstellung von professioneller Marktansprache?
  3. Wer hat sich der Sozietät bereits als Partner angeschlossen? Passen die Menschen und Charaktere zu mir?
  4. Wie ist der Manager Pool der Sozietät aufgebaut/zusammengesetzt? Wie erfolgt die Aufnahme neuer Manager und die Qualitätssicherung der Profile?
  5. Bin ich bereit, neben meiner eigenen Tätigkeit als Interim Manager vertrieblich tätig zu werden? Habe ich Lust darauf und habe ich dafür überhaupt genügend Zeit?
  6. Bietet die Sozietät ein entsprechendes Vertriebs- und Marketing-Training an? Wie erfolgt die „Einarbeitung" der neuen Partner? Wie lange dauert diese Phase?
  7. Wie viele Partner nimmt die Sozietät in einem bestimmten Zeitraum auf? Ist die Betreuung neuer Partner überhaupt gewährleistet (z. B. durch einen Paten)?
  8. Bin ich bereit, eine einheitliche Dachmarke zu vertreten? Bin ich bereit, z. B. meine eigenen Kontakte, Kunden und potentielle Neukunden unter dieser Dachmarke anzusprechen?
  9. Bin ich bereit, unentgeltlich weitere Aufgaben innerhalb einer Sozietät zu übernehmen (z. B. Teilnahme an Partnermeetings, Moderation von Workshops, Messebesuche etc.)?
  10. Und schließlich: Bin ich überhaupt der „Typ" für eine Partnerschaft oder fühle ich mich als ungebundener Einzelkämpfer nicht vielleicht viel wohler?

Darüber hinaus gibt es natürlich noch viele weitere Aspekte, die im Voraus erwogen werden müssen. Insbesondere die individuelle Sichtweise wird hier entscheidend dazu beitragen, welches Modell für dein einzelnen Interim Manager in Frage kommt. Alle Informationen über das consultnet Partnermodell finden Sie auf unserer Webseite.

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Kommentare 7

Gäste - Jürgen Becker am Donnerstag, 26. Juni 2014 11:59

"Ohne die aktive Arbeit am potentiellen Neukunden ist zwar schon die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Partner einen neuen Auftrag erhält (z. B. durch die Bewerbung der Marke) - allerdings ist dieser Ansatz dann eher mit der Vermittlung über einen normalen Provider vergleichbar, also rein opportunistisch."

Krass, lieber Herr Sunkel: Da sollte ich mir mein Leben vielleicht dramatisch leichter machen - und auch kostengünstiger.

Jürgen Becker
MANATNET - einer der opportunistisch arbeitenden Provider

"Ohne die aktive Arbeit am potentiellen Neukunden ist zwar schon die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Partner einen neuen Auftrag erhält (z. B. durch die Bewerbung der Marke) - allerdings ist dieser Ansatz dann eher mit der Vermittlung über einen normalen Provider vergleichbar, [b]also rein opportunistisch[/b]." Krass, lieber Herr Sunkel: Da sollte ich mir mein Leben vielleicht dramatisch leichter machen - und auch kostengünstiger. Jürgen Becker MANATNET - einer der opportunistisch arbeitenden Provider
Gäste am Donnerstag, 26. Juni 2014 12:08

Hallo Herr Becker,

ich hoffe, dass das nicht falsch verstanden wurde - daher will ich es lieber nochmals etwas klarer formulieren: Der Satz sollte ausdrücken, dass sich die Interim Manager, die sich darauf verlassen (und darauf warten), dass Sie von einem Provider ein Projekt angeboten bekommen, eher opportunistisch verhalten. Die Provider selbst waren damit keinesfalls gemeint! Wenn wir opportunistisch arbeiten würden, hätten wir zwar viel Freizeit - aber keinen Umsatz ;-)

Grüße,
Uwe Sunkel

Hallo Herr Becker, ich hoffe, dass das nicht falsch verstanden wurde - daher will ich es lieber nochmals etwas klarer formulieren: Der Satz sollte ausdrücken, dass sich die [b][u]Interim Manager[/u][/b], die sich darauf verlassen (und darauf warten), dass Sie von einem Provider ein Projekt angeboten bekommen, eher opportunistisch verhalten. Die Provider selbst waren damit keinesfalls gemeint! Wenn wir opportunistisch arbeiten würden, hätten wir zwar viel Freizeit - aber keinen Umsatz ;-) Grüße, Uwe Sunkel
Gäste - Dr. Horst Tisson am Sonntag, 29. Juni 2014 10:56

Sehr geehrter Herr Becker,

in der Betriebswirtschaft sagt uns ja auch die Neue Institutionenökonomik (und hier im Speziellen die Prinzipal-Agenten-Theorie), dass der Mensch opportunistisch ist und Informationsasymmetrien ausnutzt - findet im übrigen seit Jahren Eingang in modernen Entlohnungssystemen (Anreizsysteme).

Bezogen auf Interim Manager und Netzwerke kann ich nur bestätigen, dass Sozietäten nachhaltig nur funktionieren, wenn sich a) alle Beteiligten über die Vorteile im Klaren sind und b) dann entsprechend einbringen. Mit den Vorteilen meine ich zu erkennen, dass es besser ist mit anderen zu teilen und ein großes Stück vom Kuchen zu bekommen, als selbst verwaltend und abgrenzend nur Krümel einzusammeln.

Gleichwohl, die Masse sind nach meiner Erfahrung die Opportunisten, die sich melden wenn sie Jobs brauchen und ansonsten nicht gesehen sind.

Beste Grüße,
Horst Tisson

Sehr geehrter Herr Becker, in der Betriebswirtschaft sagt uns ja auch die Neue Institutionenökonomik (und hier im Speziellen die Prinzipal-Agenten-Theorie), dass der Mensch opportunistisch ist und Informationsasymmetrien ausnutzt - findet im übrigen seit Jahren Eingang in modernen Entlohnungssystemen (Anreizsysteme). Bezogen auf Interim Manager und Netzwerke kann ich nur bestätigen, dass Sozietäten nachhaltig nur funktionieren, wenn sich a) alle Beteiligten über die Vorteile im Klaren sind und b) dann entsprechend einbringen. Mit den Vorteilen meine ich zu erkennen, dass es besser ist mit anderen zu teilen und ein großes Stück vom Kuchen zu bekommen, als selbst verwaltend und abgrenzend nur Krümel einzusammeln. Gleichwohl, die Masse sind nach meiner Erfahrung die Opportunisten, die sich melden wenn sie Jobs brauchen und ansonsten nicht gesehen sind. Beste Grüße, Horst Tisson
Gäste - Falk Janotta am Montag, 30. Juni 2014 13:22

Sehr geehrter Herr Sunkel,

vielen Dank für Ihre kompakte Erläuterung von Sozietäten und ihren Vorteilen. Mir gefallen auch Ihre zehn Fragen, die sich ein interessierter Interim Manager stellen sollte, um die für ihn richtige Sozietät zu finden.

Ich möchte den zweiten Teil der Frage 4 ("Wie erfolgt die Aufnahme neuer Manager und die Qualitätssicherung der Profile?") zum Anlass nehmen, das Thema der Qualität (Qualifikation, Erfahrungen, Persönlichkeitsstruktur, Kommunikationsfähigkeit, Engagement, Reputation, Empfehlungen, Referenzen usw.) der Partner einer Sozietät viel stärker zu betonen. Interim Manager, die als Partner einer Sozietät von den Vorteilen profitieren will, ist darauf angewiesen, dass die Entscheider der Sozietät nur Interim Manager aufnimmt, die dem Qualitätsstandard und dem Ehrenkodex der Sozietät genügen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, genau zu hinterfragen,

    wie der Aufnahmeprozess abläuft, nach welchen Kriterien Partner aufgenommen werden, welche Anforderungen an die Partner während der Partnerschaft gestellt werden, ob, wie und wie oft die Erfüllung dieser Anforderungen überprüft werden und welche Konsequenzen gezogen werden, falls bestimmte Anforderungen nicht mehr efüllt werden.


Aus eigener Erfahrung weiß ich es sehr zu schätzen, wenn die Ansprüche an die Qualität der Partner einer Sozietät sehr hoch sind. Zusammenarbeit, Vertrauen und teils intensive persönliche Kontakte auch über das berufliche hinaus sind eine enorme Bereicherung für mein Berufs- und mein Privatleben.

Beste Grüße
Falk Janotta

Sehr geehrter Herr Sunkel, vielen Dank für Ihre kompakte Erläuterung von Sozietäten und ihren Vorteilen. Mir gefallen auch Ihre zehn Fragen, die sich ein interessierter Interim Manager stellen sollte, um die für ihn richtige Sozietät zu finden. Ich möchte den zweiten Teil der Frage 4 ("Wie erfolgt die Aufnahme neuer Manager und die Qualitätssicherung der Profile?") zum Anlass nehmen, das Thema der Qualität (Qualifikation, Erfahrungen, Persönlichkeitsstruktur, Kommunikationsfähigkeit, Engagement, Reputation, Empfehlungen, Referenzen usw.) der Partner einer Sozietät viel stärker zu betonen. Interim Manager, die als Partner einer Sozietät von den Vorteilen profitieren will, ist darauf angewiesen, dass die Entscheider der Sozietät nur Interim Manager aufnimmt, die dem Qualitätsstandard und dem Ehrenkodex der Sozietät genügen. Aus diesem Grund ist es wichtig, genau zu hinterfragen, [list] wie der Aufnahmeprozess abläuft, nach welchen Kriterien Partner aufgenommen werden, welche Anforderungen an die Partner während der Partnerschaft gestellt werden, ob, wie und wie oft die Erfüllung dieser Anforderungen überprüft werden und welche Konsequenzen gezogen werden, falls bestimmte Anforderungen nicht mehr efüllt werden. [/list] Aus eigener Erfahrung weiß ich es sehr zu schätzen, wenn die Ansprüche an die Qualität der Partner einer Sozietät sehr hoch sind. Zusammenarbeit, Vertrauen und teils intensive persönliche Kontakte auch über das berufliche hinaus sind eine enorme Bereicherung für mein Berufs- und mein Privatleben. Beste Grüße Falk Janotta
Gäste - Freelancer am Sonntag, 13. Juli 2014 11:15

Meiner Erfahrung nach ist das Verhalten der Interim-Provider im höchsten Maße von Opportunismus geprägt, so dass einem als Interim-Manager garnichts anderes übrig bleibt, als sich dem Markt anzupassen.

In der Praxis läuft das so:

- Interim Provider bekommt von seinem Kunden eine Anfrage über Besetzung der Position X.
- Der Provider versucht aus seiner Datenbank/Netzwerk 3 Kandidatenprofile mit unterschiedlichen Preispunkten anzubieten. Dann wird z.B. der topqualifizierte Interim Manager mit großer Profildeckung für €1200,00 TS angeboten, der nächste Kandidat mit €1000,00 TS und der dritte Kandidat mit €800,00 TS (alles zzgl. Provider Provision).
- Die 3 Kandidaten wissen nichts voneinander, d.h. der Provider kommuniziert nicht offen, dass er dem Kunden noch andere Kandidaten zu unterschiedlichen Preispunkten anbietet.
- Im Vorfeld versucht der Provider, die Kandidaten in Richtung der gewünschten Preispunkte zu drücken, d.h. dem Kandidaten für €800,00 TS wird kommuniziert, dass der Kunde unter keinen Umständen mehr zahlen könne.
- Der Provider hat im Vorfeld schon den teuersten Kandidaten als Wunschkandidat, verbessert aber seine Chancen zum Abschluss, indem er dem Kunden die genannten Alternativen anbietet.
- Gleichzeitig hat der Provider nicht das geringste Problem, alle drei Kandidaten unter eigenem Kosten- und Zeiteinsatz quer durch die Republik zu einem Gespräch mit dem Kunden anreisen zu lassen und jedem einzelnen im Vorfeld zu kommunizieren, er wäre DER Kandidat.

Ich habe mein Verhalten in solchen Situationen klar angepasst:

- Mein Zieltagessatz ist nicht verhandelbar
- Bei notwendiger längerer Anreise zu Gesprächen (Flug/Bahn), führe ich diese zur gg. Kostenübernahme seitens des Providers durch
- Ich Akquiriere weiter, bis ich die Unterschrift zu einem Projekt habe. Daher habe ich auch schon Gespräche kurzfristig wieder abgesagt, weil ein Alternativprojekt zu Stande gekommen. ist. In diesem Fall ist das dann Pech für den Provider.

Meiner Erfahrung nach ist das Verhalten der Interim-Provider im höchsten Maße von Opportunismus geprägt, so dass einem als Interim-Manager garnichts anderes übrig bleibt, als sich dem Markt anzupassen. In der Praxis läuft das so: - Interim Provider bekommt von seinem Kunden eine Anfrage über Besetzung der Position X. - Der Provider versucht aus seiner Datenbank/Netzwerk 3 Kandidatenprofile mit unterschiedlichen Preispunkten anzubieten. Dann wird z.B. der topqualifizierte Interim Manager mit großer Profildeckung für €1200,00 TS angeboten, der nächste Kandidat mit €1000,00 TS und der dritte Kandidat mit €800,00 TS (alles zzgl. Provider Provision). - Die 3 Kandidaten wissen nichts voneinander, d.h. der Provider kommuniziert nicht offen, dass er dem Kunden noch andere Kandidaten zu unterschiedlichen Preispunkten anbietet. - Im Vorfeld versucht der Provider, die Kandidaten in Richtung der gewünschten Preispunkte zu drücken, d.h. dem Kandidaten für €800,00 TS wird kommuniziert, dass der Kunde unter keinen Umständen mehr zahlen könne. - Der Provider hat im Vorfeld schon den teuersten Kandidaten als Wunschkandidat, verbessert aber seine Chancen zum Abschluss, indem er dem Kunden die genannten Alternativen anbietet. - Gleichzeitig hat der Provider nicht das geringste Problem, alle drei Kandidaten unter eigenem Kosten- und Zeiteinsatz quer durch die Republik zu einem Gespräch mit dem Kunden anreisen zu lassen und jedem einzelnen im Vorfeld zu kommunizieren, er wäre DER Kandidat. Ich habe mein Verhalten in solchen Situationen klar angepasst: - Mein Zieltagessatz ist nicht verhandelbar - Bei notwendiger längerer Anreise zu Gesprächen (Flug/Bahn), führe ich diese zur gg. Kostenübernahme seitens des Providers durch - Ich Akquiriere weiter, bis ich die Unterschrift zu einem Projekt habe. Daher habe ich auch schon Gespräche kurzfristig wieder abgesagt, weil ein Alternativprojekt zu Stande gekommen. ist. In diesem Fall ist das dann Pech für den Provider.
Gäste am Sonntag, 13. Juli 2014 15:17

Sehr geehrter Kommentator,

ich finde ebenfalls, dass Sie sehr stark verallgemeinern. Ihre Aussagen beruhen sicherlich auf höchst individuellen Erfahrungen beruhen, die Sie gemacht oder von Kollegen berichtet bekommen haben. Aus Ihrer Sicht kann es also durchaus sein, dass Sie genau das beschriebene Provider-Verhalten selbst erlebt haben. Wie Herr Becker aber völlig richtig dargestellt hat, ist die von Ihnen als grundsätzlich beschriebene Vorgehensweise bei einem professionellen Anbieter keinesfalls die übliche Vorgehensweise.

Vielmehr bemühen sich die meisten Provider von Beginn der Zusammenarbeit an um eine größtmögliche Transparenz. Unsere Kandidaten wissen z. B., dass sie niemals als alleiniger Kandidat angeboten werden sondern im Wettbewerb mit 1-2 anderen Bewerbern. Wir drücken auch keine Tagessätze sondern fragen unsere Interim Manager immer (!) nach deren Einkaufspreis. Den legen wir dann unserer eigenen Kalkulation zugrunde. Ein "Drücken" gibt es bei uns nicht. In ganz seltenen Fällen erlauben wir uns allenfalls den Hinweis darauf, dass eine Preisvorstellung ggf. etwas zu hoch für den Markt ist. Eine Preiskorrektur findet dann nur im gegenseitigen Einverständnis statt.

Der Hinweis auf die Belastung der Kandidaten durch entstehende Reisekosten ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Selbstverständlich tragen unsere Interim Manager die Kosten für eine Anreise zum Interview. Das ist regulärer Akquiseaufwand, den Sie immer im Vertrieb haben. Unsere Partner reisen übrigens auch zum Interview mit an, um den Interim Manager zu begleiten. Auf eigene Kosten natürlich und ohne die Gewissheit zu haben, dass es auch tatsächlich zum Auftrag kommt.

Es tut mir aufrichtig leid, dass Sie dieses schiefe Bild von der Zusammenarbeit mit den Providern gewonnen haben. Ganz bestimmt liegt das daran, dass Sie bisher mit den falschen Partnern zusammengearbeitet haben. Ich bitte jedoch gerade auch deshalb um Verständnis, dass ich Ihre Darstellungen mit einer gewissen Leidenschaft entsprechend korrigiere.

Beste Grüße,
Uwe Sunkel

Sehr geehrter Kommentator, ich finde ebenfalls, dass Sie sehr stark verallgemeinern. Ihre Aussagen beruhen sicherlich auf höchst [u]individuellen[/u] Erfahrungen beruhen, die Sie gemacht oder von Kollegen berichtet bekommen haben. Aus Ihrer Sicht kann es also durchaus sein, dass Sie genau das beschriebene Provider-Verhalten selbst erlebt haben. Wie Herr Becker aber völlig richtig dargestellt hat, ist die von Ihnen als [u]grundsätzlich[/u] beschriebene Vorgehensweise bei einem professionellen Anbieter keinesfalls die übliche Vorgehensweise. Vielmehr bemühen sich die meisten Provider von Beginn der Zusammenarbeit an um eine größtmögliche Transparenz. Unsere Kandidaten wissen z. B., dass sie niemals als alleiniger Kandidat angeboten werden sondern im Wettbewerb mit 1-2 anderen Bewerbern. Wir drücken auch keine Tagessätze sondern fragen unsere Interim Manager immer (!) nach deren Einkaufspreis. Den legen wir dann unserer eigenen Kalkulation zugrunde. Ein "Drücken" gibt es bei uns nicht. In ganz seltenen Fällen erlauben wir uns allenfalls den Hinweis darauf, dass eine Preisvorstellung ggf. etwas zu hoch für den Markt ist. Eine Preiskorrektur findet dann nur im gegenseitigen Einverständnis statt. Der Hinweis auf die Belastung der Kandidaten durch entstehende Reisekosten ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Selbstverständlich tragen unsere Interim Manager die Kosten für eine Anreise zum Interview. Das ist regulärer Akquiseaufwand, den Sie immer im Vertrieb haben. Unsere Partner reisen übrigens auch zum Interview mit an, um den Interim Manager zu begleiten. Auf eigene Kosten natürlich und ohne die Gewissheit zu haben, dass es auch tatsächlich zum Auftrag kommt. Es tut mir aufrichtig leid, dass Sie dieses schiefe Bild von der Zusammenarbeit mit den Providern gewonnen haben. Ganz bestimmt liegt das daran, dass Sie bisher mit den falschen Partnern zusammengearbeitet haben. Ich bitte jedoch gerade auch deshalb um Verständnis, dass ich Ihre Darstellungen mit einer gewissen Leidenschaft entsprechend korrigiere. Beste Grüße, Uwe Sunkel
Gäste - Jürgen Becker am Sonntag, 13. Juli 2014 13:49

Hallo Gast,

so arbeitet MANATNET nicht - und auch nicht die Provider aus dem AIMP, die ich alle gut kenne. Eine Verallgemeinerung "das Verhalten der Interim-Provider" halte ich für nicht zulässig.

Sie mögen es kaum glauben, aber es gibt so etwas wie einen Ehrenkodex unter professionellen Interim Management Providern. In aller Regel sind diese Unternehmen Eigentümer-geführt - aber auch hier sollten wir uns vor Verallgemeinerungen hüten.

Dass ein Interim Manager ein Alternativprojekt annimmt, wenn das über den Interim-Provider angebahnte Mandat nicht rechtzeitig zustande kommt, vulgo: unterschrieben wird, halte ich für vollkommen normal, nachvollziehbar und auch für völlig in Ordnung. Ich zumindest sage das meinen Kunden - immer!

Gruß

Jürgen Becker
MANATNET

Hallo Gast, so arbeitet MANATNET nicht - und auch nicht die Provider aus dem AIMP, die ich alle gut kenne. Eine Verallgemeinerung "das Verhalten der Interim-Provider" halte ich für nicht zulässig. Sie mögen es kaum glauben, aber es gibt so etwas wie einen Ehrenkodex unter professionellen Interim Management Providern. In aller Regel sind diese Unternehmen Eigentümer-geführt - aber auch hier sollten wir uns vor Verallgemeinerungen hüten. Dass ein Interim Manager ein Alternativprojekt annimmt, wenn das über den Interim-Provider angebahnte Mandat nicht rechtzeitig zustande kommt, vulgo: unterschrieben wird, halte ich für vollkommen normal, nachvollziehbar und auch für völlig in Ordnung. Ich zumindest sage das meinen Kunden - immer! Gruß Jürgen Becker MANATNET
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