Uwe Sunkel

Seit über 20 Jahren führt Uwe Sunkel Projekte im nationalen und internationalen Human Resources Umfeld durch. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen des Mittelstands ebenso wie internationale Großkonzerne.

Pirate Recruiting - oder: machen Sie es wie Jack Sparrow

Pirate Recruiting - oder: machen Sie es wie Jack Sparrow

Die Personalleiterin eines großen deutschen Unternehmens sagte mir einmal: „Die meisten unserer offenen Stellen sind unbesetzt, weil unsere Recruiter keine neuen Ideen haben." Eine sehr pauschale Aussage – zugegeben. Beim Blick hinter die Kulissen wurde aber sehr schnell klar: die Dame hatte Recht. Grund genug, sich einmal ein paar Gedanken über neue Ideen im Recruiting zu machen.

Als Jack Sparrow die Mannschaft für die Black Pearl zusammenstellte, da war er ein Recruiter. Und zwar ein sehr erfolgreicher. Sein Ziel war kristallklar. Er musste eine Mannschaft (im wahrsten Sinne des Wortes) an Bord holen, damit er zu seinem nächsten Abenteuer aufbrechen konnte. Der Erfolg seines (auch wirtschaftlichen) Unternehmens hing im Wesentlichen davon ab, wie erfolgreich er mit seinem Recruiting Ansatz sein würde.

Die Methoden des Jack Sparrow

Nun bediente sich Captain Sparrow einiger unorthodoxer Methoden, deren Anwendung im Recruiting des Jahres 2013 vermutlich nur sehr bedingt zum Erfolg führen würde. Eine nicht unerhebliche Rolle spielte dabei neben den Verheißungen eines sagenumwobenen Goldschatzes natürlich auch hochprozentiger Rum. Mit dem Schatz interessierte er die Matrosen für sein Unternehmen und mit dem schwarzgebrannten Hilfsmittel machte er die Bewerber seinen Argumenten zugänglich. Die einen waren nach Verlust des analytischen Denkvermögens willens, ihm zu folgen – die anderen wurden nach Verlust ihres Widerstands ge-shangheit (so nennt man das tatsächlich).

Der Einsatz von Alkohol im Recruiting ist sicherlich nicht unumstritten – wenn gleich ich diesem Ansatz keine kathegorische Absage erteilen möchte. Es käme wohl auf einen Versuch an.

Lassen Sie mich aber stattdessen über den Goldschatz reden oder die Frage, wie ich im 21. Jahrhundert die Kandidaten auf mein Unternehmen aufmerksam mache. Unlängst erzählte mir eine erfolgreiche Recruiterin von einem Ansatz, der im Recruiting von technischen Positionen, insbesondere von Elektroingenieuren, zu einen durchschlagenden Erfolg geführt hat.

Ideen im 21. Jahrhundert

Diese Kollegin hat für einen Stand auf einer Karrieremesse für Ingenieure kleine Platinen anfertigen lassen. Auf diesen Platinen befand sich ein elektronischer Schaltkreis, in den bewusst ein Fehler eingebaut worden war. Die fachkundigen Besucher hatten nun die Möglichkeit, den Fehler zu analysieren und vor Ort mit Lötkolben und Lötzinn zu korrigieren. Gelang dies, leuchtete ein kleines Lämpchen auf.

Diese Idee ist so banal, dass man laut auflachen möchte. Ich empfehle Ihnen stattdessen, vor Schmerz laut aufzuschreien. Und zwar weil Sie nicht selbst auf diese einfache Idee gekommen sind. Ich erzähle Ihnen an dieser Stelle nicht, wie viele Ingenieure den Stand besucht, sich für das Unternehmen interessiert und letztendlich einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben. Sie würden es mir nicht glauben – und wenn doch, dann wäre Ihr Schmerz erst recht unerträglich.

Wie passt das zusammen

Und jetzt mal quer gedacht. Was haben Captain Jack Sparrow und diese findige Recruiterin gemeinsam? Sie haben Visionen verkauft und mit unorthodoxen Methoden um Ressourcen gekämpft. Ich führe dafür hier und heute einen neuen Begriff ein: Pirate Recruiting! Im Marketing gibt es ja bereits einen ähnlichen Begriff: Guerilla Marketing. Wenn ich so darüber nachdenke, erkenne ich die Parallelen. Und wenn ich über mein Lieblingsthema nachdenke („Recruiting ist Vertrieb"), dann fallen mir noch mehr Vergleiche ein. Das ist sicherlich ein lohnendes Thema für einen weiteren Blog und hiermit notiert.

Kommen wir zu einem (Zwischen)Fazit: neue Ideen und das Durchbrechen traditioneller Denkmuster haben schon immer dazu geführt, dass neue Meinungen entstanden sind und sich nicht selten auch durchgesetzt haben. Daher finde ich die Idee richtig, auch im Recruiting auf neue Ideen zu setzen und sich von dem Einheitsbrei zu lösen.

Die nächsten fünf Jahre

Heute sprechen alle von Active Sourcing. Ich finde das gut, denn aktives Recruiting ist auf einem hart umkämpften Arbeitsmarkt eine hervorragende Chance, die besten Kandidaten zu finden und anzusprechen. Ich wage aber gleichzeitig die Aussage, dass das Kind spätestens in fünf Jahren einen anderen Namen und eine deutliche inhaltliche Aufwertung erfahren haben wird. Nach „normalem" Recruiting wird dann kein Hahn mehr krähen.

Pirate Recruiting ist eine große Chance für alle, die den Mut haben, neue Wege zu gehen. Dazu brauchen Sie neben den Ideen selbst natürlich auch das Rückgrat, die Ideen in Ihrem Unternehmen zu vertreten. Daran werden viele Recruiter scheitern, weil sie Angst vor internen Auseinandersetzungen haben. Es gibt leider noch zu viele Mitläufer, die zu wenig unternehmerisch denken (und handeln). Doch ich will hier keine Generalabrechnung anzetteln – dafür haben wir in fünf Jahren immer noch Zeit ...

Also - Freibeuter der Meere: sammelt Euch und öffnet die Rumfässer! Die Matrosen warten da draußen und wollen nur allzu gerne mit Euch auf die Schatzsuche gehen. Gebt Ihnen einfach eine Chance, sich für Euch zu entscheiden. Das hat vor 300 Jahren funktioniert und das funktioniert auch heute immer noch.

Viel Erfolg und Schiff Ahoi!


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