Uwe Sunkel

Seit über 20 Jahren führt Uwe Sunkel Projekte im nationalen und internationalen Human Resources Umfeld durch. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen des Mittelstands ebenso wie internationale Großkonzerne.

Online-Profile professionell gestalten

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Im dritten Teil meiner Artikelserie für Interim Manager möchte ich kurz erklären, worin der Unterschied zwischen PDF-Dokumenten und Online-Profilen besteht. Die meisten Leser werden jetzt skeptisch die Stirn runzeln. Matching-Plattformen wirken noch eher befremdlich. Störfaktoren in einem etablierten Prozess. Online-Portale und die Möglichkeit, Profile darauf zu veröffentlichen, sind jedenfalls noch lange nicht so etabliert, dass wir selbstverständlich - und professionell - damit umgehen. In der Konsequenz verschenken die Nutzer solcher Portale ein erhebliches Potential. Projektanfragen und Profile "matchen" nämlich nur sehr selten.

​Klassische Profile

Woran liegt das? Nun. Argumentieren wir mal vom anderen Ende her. PDF-Dokumente haben in der Vergangenheit deshalb funktioniert, weil es keine erwähnenswerte Alternative dazu gab. Nach dem "Fire-And-Run"-Ansatz wurden die Profile an die bekannten Vermittler geschickt. Die Auswertung der Skills, Erfahrungen und Einsatzmöglichkeiten überließ man nur allzu gerne dem Provider. Auch heute noch verlassen sich Berater und Interim Manager auf die vielzitierte Geduld des Papiers. In den Augen der Vermittler liegen hier Fluch und Segen eng beieinander. Zwar ist es aufwändig, die Informationen selbst aus einen CV zu extrahieren - jedoch liegt darin auch eine Chance. Der Provider kann nämlich die Daten so in seinen Prozess einspeisen, wie dies für Research, Shortlisting und Vermittlung notwendig ist. 

Online kills the pdf-Star

Doch die Zeiten ändern sich. Der Stellenteil der Süddeutschen Zeitung und der FAZ reicht heute kaum noch zum Einwickeln eines Pausenbrotes. Das war vor 20 Jahren noch anders. Da passte die Samstagsauflage kaum durch den Briefschlitz. Dieser etablierte Markt wurde radikal ausgebombt von den Online-Stellenmärkten. Zu recht. Denn Benutzerfreundlichkeit, Geschwindigkeit und Kosten sind so überproportional zu Gunsten der Onlinemärkte verteilt, dass die historisch gewachsene Option für die Kunden keinen Mehrwert bietet. Ohne große Fantasie lässt sich darstellen, dass sich ein ähnlicher Trend auch in der Vermittlung von Freiberuflern vollziehen wird. Immer dann, wenn ein automatisierter Prozess besser, schneller und womöglich sogar günstiger ist, als das Original, wird sich dieser Wandel vollziehen. Datenbanken lassen sich auswerten, sortieren und filtern. Was möglich ist, wird gemacht. Was funktioniert, bleibt bestehen. Was besser ist, verdrängt das Alte. So einfach ist das.

Ich weiß, dass der/die eine oder andere jetzt gerne mit mir streiten würde. Matching-Plattformen sind Quatsch und in kürze wieder in der Versenkung verschwunden. Ich habe nur keine Lust auf Streit. Vielmehr möchte ich gerne denen, die an die Idee glauben, ein paar Tipps an die Hand geben, wie Sie Profile auf Online-Portalen bestmöglich anlegen.

Online-Profile professionell gestalten

"Eine Suppe kann immer nur nach dem schmecken, was drin ist." Alles, was nicht ausdrücklich in Ihrem Profil steht, kann von einem potentiellen Kunden nicht bewertet werden. Wenn Sie bei Amazon einkaufen, dann finden Sie bei vielen Artikeln Produktbeschreibungen, Fotos und Referenzen in großer Zahl. Produkte mit besonders detaillierter Beschreibung und vielen Kundenbewertungen werden um ein Vielfaches leichter und häufiger gekauft, als solche mit nur rudimentärer Darstellung. Glauben Sie bitte nicht, dass die Auswahl eines Interim Managers oder Beraters einer grundsätzlich anderen Logik folgt. Das zu glauben, wäre naiv. Menschen (ja, Kunden sind auch nur Menschen!) streben nach einer Reduktion der Komplexität. Wir wollen nicht suchen, raten oder interpretieren - wir wollen finden, glauben und vertrauen. Jede Information, die Sie weglassen, öffnet den Raum für Spekulation. Ein solches Informations-Vakuum wird von den Kunden mit ihrer eigenen Wahrnehmung gefüllt. Jeder, der das Thema Kommunikation im Projekt schon einmal vernachlässigt hat, weiß, wie gefährlich das ist. Denn das, was dabei heraus kommt, ist nicht das, was Sie erwarten.

Daher ist der beste Rat, den ich Ihnen geben kann: Steuern Sie die Informationen, die Ihr Kunde erhalten soll. Und das geht nur, indem Sie ausführlich und detailliert kommunizieren. Ganz konkret gebe ich Ihnen folgende Empfehlungen zur Anlage und Pflege Ihres Online-Profils:

  1. Erläutern Sie im Detail, was Sie getan haben (Ihre Aufgaben im Projekt)
  2. Stellen Sie jedes abgeschlossene Projekt einzeln dar
  3. Geben Sie den Zeitraum des Projekts (von - bis) an
  4. Geben Sie Ihren Projekttitel an (die Rolle)
  5. Geben Sie den Namen des Kunden an (sofern nicht untersagt)
  6. Geben Sie die geplanten und erreichten Projektziele an
  7. Übertreiben Sie nicht - sachlich und bei der Wahrheit bleiben!

Und schließlich - nur der Vollständigkeit halber - sollten Sie natürlich auch ein möglichst ansprechendes Foto verwenden. Snapshots mit der Bildschirmkamera oder Fotos aus dem letzten Badeurlaub haben in einem Managerprofil nichts verloren. Nichts. Aber auch wirklich GAR NICHTS!

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Samstag, 24. Februar 2018

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