Uwe Sunkel

Seit über 20 Jahren führt Uwe Sunkel Projekte im nationalen und internationalen Human Resources Umfeld durch. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen des Mittelstands ebenso wie internationale Großkonzerne.

Kandidatenauswahl ohne Interview ist unmöglich

Kandidatenauswahl ohne Interview ist unmöglich

Schwierig ... wie fängt man einen Beitrag an, von dem man vorher schon weiß, dass man sich nur unbeliebt machen kann? Man könnte es lassen. Einfach um des Friedens willen. Aber andererseits ist das Thema relevant und gehört genau jetzt diskutiert.

Worum geht es? Es geht um die Wahrheit und um die Frage, wo die Lüge anfängt. Nein, ich rede nicht über Donald Trump, sondern über die Suche und Auswahl von Interim Managern. Ein sehr spezielles Prozedere, das sogar bereits wissenschaftlich unter der Überschrift „Prinzipal-Agent-Theorie" diskutiert wurde. Wenn auch etwas allgemeiner in Bezug auf die Auswahl des passenden Dienstleisters. Ich habe das Thema schon mal in einem meiner früheren Beiträge diskutiert. Das rief neben den wenigen Sympathisanten auch Stimmen auf den Plan, die unmittelbares Teeren und Federn verlangten. Ohne Prozess.

Die Gefahr der Fehlentscheidung

Unternehmen, die einen Interim Manager suchen, brauchen entweder einen erfahrenen Vermittler oder verdammt viel Glück. In beiden Fällen finden sie den passenden Kandidaten und können in ein erfolgreiches Projekt starten. In jedem anderen Fall gerät die Suche und Auswahl zum Vabanque-Spiel. Wenn Kandidaten sich geschickt genug präsentieren, der Kunde die falschen Fragen stellt und neben der fachlichen nicht auch die Methoden- und Sozialkompetenz geprüft werden, ist die Wahrscheinlichkeit der Fehlentscheidung hoch.

Nun will ich die Diskussion und die bereits verwendeten Argumente nicht nochmal aufwärmen. Bei Interesse empfehle ich den Beitrag Berater lügen – oder: warum ein Provider trotzdem Sinn macht aus dem Jahr 2016. Mir geht es heute vielmehr um die Frage, wie denn ein Online-Portal diese ohnehin schon schwierige Qualitätssicherung gewährleisten kann. Das Thema ist gerade deswegen interessant, weil sich jetzt gerade einige neue Dienstleister in Position bringen, um die Vermittlung von Interim Managern zu automatisieren. Auch expertforce ist so eine Plattform und ich nehme unser Modell gerne als Beispiel, um den Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu beschreiben.

Offene Portale = schlechte Profile?

Zunächst einmal bedeutet die freie Zugänglichkeit eines Portals auch, dass sich jeder darauf registrieren darf. Zu jeder Tages- und Nachtzeit, 365 Tage im Jahr und mit Daten, die nicht überprüfbar sind. Gleiches geschieht auch, wenn Sie sich auf XING oder Linkedin registrieren. Der Account ist sofort aktiv und eine Validierung der Eingaben findet nicht statt. Soweit – so schlecht. Wenn sich der suchende Kunde nämlich nun auf die Güte der Profile verlässt, gehört Glück dazu, den passenden Kandidaten zu finden. Es gibt stand heute keinen Algorithmus, der eine Qualitätssicherung durchführt und die Profile auf den Wahrheitsgehalt überprüft. Ein Beispiel? Gerne. Was glauben Sie: Welcher Begriff wird in den Managerprofilen statistisch am häufigsten verwendet? Es ist das Wort „Projektleiter". Gleichzeitig verfügen aber nicht einmal 20% der Kandidaten über eine Zertifizierung als Projektmanager. Eine krasse Diskrepanz. Möglicherweise werden Sie nun argumentieren, dass ein Projektleiter nicht unbedingt eine Ausbildung benötigt. Nun – Sie können auch ein Fahrzeug lenken, ohne einen Führerschein zu besitzen. Das kann gutgehen. Kann!

Mir ist eines wichtig: wenn ein Kunde einen Projektmanager sucht, diesen bei expertforce findet und ggf. sogar direkt beauftragt, dann möchte ich mit meinem guten Namen dafür bürgen, dass es sich auch um einen Projektmanager handelt. „Kann" ist mir da einfach zu wenig.

Kein Rechenmodell beherrscht die Vorauswahl

Was können wir also tun, um diesen Anspruch zu erfüllen. Nochmal: es gibt derzeit keinen Algorithmus, der uns das abnimmt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass wir in die sogenannte Vorauswahl, d. h. in die Überprüfung der Kandidaten, manuelle Arbeit investieren müssen. Und zwar lange, bevor überhaupt der Bedarf beim Kunden entsteht.

Wir tun dies über unsere Competence Center. Auf expertforce gibt es aktuell fünf Competence Center für Human Resources, Controlling & Finance, Vertrieb & Marketing, Supply Chain Management sowie Projektmanagement. Jedes CC wird von einem fachlich und methodisch sehr erfahrenen Interim Manager verantwortet (siehe „über uns"). Diese Kollegen investieren einen beträchtlichen Teil Ihrer Zeit dafür, Kandidaten aus den genannten Fachbereichen zu interviewen. Dabei überprüfen wir im Wesentlichen drei Kernkompetenzen: Fachkompetenz, Methodenkompetenz und Sozialkompetenz. Bei den Projektmanagern überprüfen wir außerdem die Projektmanagement-Kompetenz. Nur  Kandidaten, die in allen Kompetenzbereichen überdurchschnittlich gute Erfahrungen nachweisen können, erhalten von uns das Premium-Siegel. Anhand der roten Banderole, welche die jeweiligen Profile optisch kennzeichnet, erkennen unsere Kunden, dass es sich um ein handverlesenes Profil handelt.

Ohne Interview geht es nicht

Letztendlich lautet die Botschaft: eine vollautomatisierte Profilauswahl, die auch die Qualitätssicherung beinhaltet, ist derzeit auf keinem Portal möglich. Die guten Anbieter investieren daher Zeit (und auch Geld) in die manuelle Vorauswahl der besten Kandidaten. Bei Anbietern, die diesen Aufwand betreiben (und ihr Geschäft verstehen), können Kunden erstklassige Kandidaten finden. Für den Kunden „fühlt" sich das dann wie ein vollautomatisierter Prozess an, da er keine manuelle Vorauswahl mehr durchführen muss. Und genau darauf kommt es an. Ab dem Punkt, wo der Kunde in den Prozess einsteigt, muss dieser reibungslos durchlaufen. Welcher Aufwand vorher betrieben wird, kann dem Kunden dabei egal sein.

Ich bin sicher, dass wir in den nächsten Jahren Rechenmodelle sehen werden, die uns als Anbieter bei der Vorauswahl noch besser unterstützen, als dies heute bereits der Fall ist. Wir arbeiten schon heute daran, solche Tools zu entwickeln. Bis wir aber da angekommen sind, wird noch einige Zeit vergehen. Inzwischen werden wir daher unsere Aufgabe weiterhin mit der Erfahrung von mehr als 20 Jahren aktiver Vermittlung wahrnehmen. Und das machen wir sogar gerne.

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