Uwe Sunkel

Seit über 20 Jahren führt Uwe Sunkel Projekte im nationalen und internationalen Human Resources Umfeld durch. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen des Mittelstands ebenso wie internationale Großkonzerne.

Ich wäre so gerne ein Interim Manager

Ich wäre so gerne ein Interim Manager

In der letzten Woche hatte ich eine Kandidatenpräsentation bei einem neuen Kunden. Im Abschlussgespräch offenbarte mir der Personalleiter, dass er selbst gerne als Interim Manager arbeiten würde. Interessanterweise höre ich das sehr häufig. Woran liegt das und was ist dran, an dem tollen Job als Interim Manager?

Viel Licht und viel Schatten

Meine Gesprächspartner in den Unternehmen sind meist die Leiter der verschiedenen Fachbereiche. Gelegentlich auch mal der Geschäftsführer selbst. Mit dieser Gruppe spreche ich über Interim Management und erkläre dabei sehr detailliert, wie Interim Manager arbeiten. Die Vorzüge der Arbeit als Interim Manager liegen auf der Hand und werden von meinen Gesprächspartnern natürlich auch gesehen. "Wo viel Licht ist, ist meist auch viel Schatten.", heißt es in einem alten Sprichwort. Das ist im Interim Management nicht anders.

Wer sich - insbesondere aus einer Festanstellung heraus - für einen Wechsel in die Selbständigkeit entscheidet, der sollte diesen Schritt gründlich erwogen haben. Keinesfalls ist es nämlich so, dass ein Interim Manager im Markt mit offenen Armen empfangen wird. Wir erhalten schon seit einigen Jahren immer wieder Anfragen von festangestellten Managern oder Experten, die sich mit dem Gedanken tragen, sich als Interim Manager oder Berater selbständig zu machen. In diesen Anfragen werden meist die gleichen
Fragen gestellt:

  • Macht der Schritt in die Selbständigkeit für mich Sinn?
  • Was muss ich tun und beachten, wenn ich mich dafür entscheide?
  • Und natürlich: wie komme ich an meine ersten Aufträge?

Anfängerfehler vermeiden

Wenn Sie bereits seit einigen Jahren selbständig als Interim Manager oder Berater gearbeitet haben, dann sind solche Fragen nicht mehr allzu relevant. Mit ein wenig Glück und viel Fleiß haben Sie Ihre persönliche Strategie entwickelt und die Antworten längst gefunden. Für die neuen Kollegen in unserer Branche spielen diese Punkte jedoch eine wesentliche Rolle. Und die Erfahrung zeigt, dass ein guter Teil derjenigen, die den Schritt wagen, nach kurzer Zeit wieder aufgeben. Ein paar Anfangsfehler genügen bereits, um nach kurzer Zeit festzustellen, „dass Interim Management nicht funktioniert".

Dass diese Aussage nicht stimmt, zeigen die Statistiken. Interim Management gehört schon seit einigen Jahren zu den am stärksten wachsenden Branchen in Deutschland. Auch, wenn man die veröffentlichten Zahlen immer auch mit etwas Vorsicht genießen muss, sprechen die Trends doch eine klare Sprache. Interim Manager, die in der Branche Fuß gefasst haben, profitieren von der starken Entwicklung und müssen sich über (Folge)Aufträge keine Sorgen machen.

Woran liegt es also, dass die Einen scheitern, während die Anderen auf der Welle des Erfolgs mit reiten? Oder anders gefragt: was unterscheidet einen erfolgreichen Interim Manager von einem erfolglosen?

Die schlechte Nachricht lautet: es gibt kein Patentrezept, welches den Erfolg garantiert. Zu viele situative Faktoren beeinflussen den Erfolg, als dass eine Ausrichtung nach Bauplan und Checkliste hier funktionieren könnte. Das beginnt bei der eigenen fachlichen Qualifikation, geht über die persönlichen, sozialen Kompetenzen und endet bei der Frage, ob man zur rechten Zeit am richtigen Fleck präsent ist.

Präsentation und Verkauf

Ganz wesentlich ist auch das persönliche Präsentations- und Verkaufstalent. Gerade in der Vorstellung beim zukünftigen Kunden werden viele Fehler gemacht, sodass eine ansonsten fachlich sehr gut funktionierende Zusammenarbeit aus „weichen" Gründen nicht zustande kommt. Das geschieht häufiger, als mancher denkt - und viele wahrhaben möchten.

Und das ist in mehr als in einer Hinsicht sehr schade. Vordergründig verliert der Manager, der (sich) schlecht präsentiert die Chance, attraktive Umsätze durch ein neues Projekt zu realisieren. Viel wichtiger finde ich aber, dass auch der Kunde, der aufgrund einer schlechten Präsentation zu einer Negativ-Entscheidung gelangt, möglicherweise einen fachlich gut qualifizierten Interim Manager nicht beauftragt - obwohl dieser eine passende Lösung gewesen wäre.

Es darf an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass in der Auswahl und Präsentation passender Interim Manager der besondere Wert der Interim Management Provider liegt. Deren Aufgabe ist es nämlich vor allem, den besten Interim Manager für seine Kunden zu finden und anschließend „zueinander" zu bringen.

Auch das Pricing, also z. B. die Höhe des gewünschten Tagessatzes, kann zur Ablehnung eines Kandidaten beitragen. Und schlussendlich sind Sie als Interim Manager in der Angebotsphase meistens nicht allein. Da kann es gut sein, dass ein Kollege einfach besser passt und deshalb den Zuschlag erhält.

Praxisratgeber: Erfolgreich als Interim Manager

Neben den erwähnten (und anderen nicht erwähnten) Einflussfaktoren gibt es eine „Grundausstattung", die jeder Interim Manager im Gepäck haben sollte. Ich habe daher vor kurzem einen Praxisratgeber für Interim Manager geschrieben, der Ihnen die wichtigsten Tipps für eine professionelle Positionierung als selbständiger Dienstleister an die Hand gibt. Der Ratgeber „Erfolgreich als Interim Manager" steht ab sofort als Download kostenfrei zur Verfügung.

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Kommentare 2

Gäste - Gast am Montag, 19. Mai 2014 15:21

Fuer Interim Manager ist es sinnvoll sich vom Marketing-Service RENT-A-MANAGER vermarkten zu lassen und sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren.

Fuer Interim Manager ist es sinnvoll sich vom Marketing-Service RENT-A-MANAGER vermarkten zu lassen und sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren.
Gäste am Dienstag, 20. Mai 2014 16:17

Ihre Idee ist nachvollziehbar - aber in der Praxis nicht realisierbar. Ich gebe Ihnen dafür nur drei Gründe:


    1. Ein Interim Manager ist nichts, was man "vermieten" kann. Der Gedanke zieht zu stark in Richtung Zeitarbeit - und da gehört Interim Management definitiv nicht hin. Ein professioneller Interim Manager lässt sich nicht vermarkten sondern betreibt Vertrieb/Marketing in eigener Sache.
    2. Es gibt allein in Deutschland geschätzt mehr als 14.000 Interim Manager (vgl. AIMP Providerumfrage 2014). Welcher Marketing-Service ist in der Lage, diese Anzahl von Managern zu vermarkten? Kein einziger. Das ist vollkommen unrealistisch - und wer so etwas suggeriert, der handelt unseriös.
    3. Natürlich gibt es zahlreiche Provider für Interim Manager. Die vermitteln/vermarkten Interim Manager, Unternehmensberater, Projektmanager etc. Das ist aber nur ein (!) Vertriebsweg und allenfalls ein Instrument im Vertriebsmix.

Unter dem Strich bedeutet das - wie ich auch im Ratgeber ausführlich dargestellt habe - dass ein Interim Manager Vertriebskompetenz aufbauen muss. Wer das nicht will (oder nicht kann), sollte sich den Schritt sehr gut überlegen. Die Wahrscheinlichkeit des Misserfolgs ist dann sehr hoch.

Ihre Idee ist nachvollziehbar - aber in der Praxis nicht realisierbar. Ich gebe Ihnen dafür nur drei Gründe: [list=1] 1. Ein Interim Manager ist nichts, was man "vermieten" kann. Der Gedanke zieht zu stark in Richtung Zeitarbeit - und da gehört Interim Management definitiv nicht hin. Ein professioneller Interim Manager lässt sich nicht vermarkten sondern betreibt Vertrieb/Marketing in eigener Sache. 2. Es gibt allein in Deutschland geschätzt mehr als 14.000 Interim Manager (vgl. AIMP Providerumfrage 2014). Welcher Marketing-Service ist in der Lage, diese Anzahl von Managern zu vermarkten? Kein einziger. Das ist vollkommen unrealistisch - und wer so etwas suggeriert, der handelt unseriös. 3. Natürlich gibt es zahlreiche Provider für Interim Manager. Die vermitteln/vermarkten Interim Manager, Unternehmensberater, Projektmanager etc. Das ist aber nur ein (!) Vertriebsweg und allenfalls ein Instrument im Vertriebsmix. [/list] Unter dem Strich bedeutet das - wie ich auch im Ratgeber ausführlich dargestellt habe - dass ein Interim Manager Vertriebskompetenz aufbauen muss. Wer das nicht will (oder nicht kann), sollte sich den Schritt sehr gut überlegen. Die Wahrscheinlichkeit des Misserfolgs ist dann sehr hoch.
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