Die Brigitte Diät für Recruiter

Die Brigitte Diät für Recruiter

Es gibt zu jedem Jahreswechsel zwei Dinge, auf die man sich felsenfest verlassen kann. Die Veröffentlichung der neuen Brigitte-Diät und die Publikation der Recruiting-Trends für das kommende Jahr. Während mich ersteres Thema nur am Rande interessiert, schaue ich bei den zahllosen Bloggern aus dem eigenen Lager natürlich etwas genauer hin. Es könnte ja wirklich mal was Neues oder gar Aufregendes dabei sein.

Ohne Bewegung kein Ergebnis

Während wir bei der Brigitte-Diät wissen, dass wir einer klugen Marketing-Kampagne aufsitzen, möchten wir bei den Trends natürlich schon glauben, dass wir davon profitieren. Und - offen gesagt - das könnten wir auch. Denn das, was da jedes Jahr zu lesen ist, ist ja nicht falsch. Es ist aber eben genauso, wie mit den Diäten. Eine Diät funktioniert eigentlich nur dann gut, wenn Sie gleichzeitig Sport treiben. Bewegung ist der Katalysator, der das Fett verbrennt.

Und genauso ist es im Recruiting auch. Wer sich nicht bewegt, dem nützt die beste Theorie rein gar nichts. All die schönen Worthülsen wie Big Data oder RPO (Recruitment Process Outsourcing) wollen uns glauben machen, dass wir mit weniger Aufwand mehr erreichen können. Das ist natürlich eine grundfalsche Annahme.

Was im Sport gilt ...

Lassen Sie uns ruhig noch einen Moment in der Analogie zur Diät bzw. zum Sport verweilen. Die Parallelen sind nämlich mehr als offensichtlich. Wer heute im Recruiting erfolgreich sein möchte, der muss hart trainieren und seine Techniken beherrschen. Der erfolgreiche Recruiter ist ein Spitzen-Sportler. Und genauso, wie der Wettkampf-Sportler lange, oft quälend anstrengende Trainingseinheiten absolvieren muss, so muss der Top-Recruiter dies ebenfalls tun. Die Theorie oder das Konzept, ja selbst das einmalig besuchte Active Sourcing Training allein, reichen da einfach nicht aus.

High Tech statt Training

Ich bin selbst Marathon-Läufer und immer wieder erstaunt über die Inbrunst, mit welcher Freizeitsportler ihr Equipment auswählen. Da werden Unsummen in High-Tech-Schuhe investiert, die dann aber nur gelegentlich auf einer 5 KM-Strecke eingesetzt werden. Das ginge im Zweifelsfall sogar noch barfuß. Gleiches können Sie beim Skifahren, beim Tennis und vielen anderen Sportarten beobachten. Tatsache ist jedoch, dass ein Profi-Laufschuh allein Sie keine Sekunde schneller laufen lässt. Das erreichen Sie nur durch hartes Training. Wenn Sie diese Arbeit auf sich nehmen, dann erreichen Sie tatsächlich irgendwann einen Punkt, an dem die Ausrüstung Ihnen noch einen weiteren Vorteil verschafft. Vorher nicht.

Investition statt Prozess

Im Recruiting gilt das analog. Sie können natürlich hohe sechsstellige Beträge in ein neues eRecruiting-Tool investieren. Wenn Sie damit aber nicht wie ein Profi arbeiten, wird sich der erhoffte Vorteil nicht einstellen. Wenn Sie einen schlechten Recruiting-Prozess outsourcen, dann wird der vorher schlechte Prozess hinterher genauso schlecht laufen - Sie haben dann lediglich die Stelle gewechselt, an welcher er schlecht läuft. Shit in - shit out.

In diesem Kontext lese ich also die Recruiting Trends 2014 und weiß leider jetzt schon, dass viele der gut vorgedachten Ideen als Rohrkrepierer enden werden. Weil den meisten Unternehmen die Konsequenz und Ausdauer fehlt, die für eine professionelle Umsetzung notwendig wären. Schade eigentlich ...

Ein Wort noch zu Big Data

Gestern abend habe ich noch eine nicht ganz ernst gemeinte Definition des Begriffs Big Data gefunden. Diese möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Big data is like teenage sex: 
everyone talks about it,
nobody really knows how to do it,
everyone thinks everyone else is doing it,
so everyone claims they are doing it ...

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen trotzdem ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr!


Interim Killed The Consulting Star
Jeder bekommt das, was er verdient

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