Uwe Sunkel

Seit über 20 Jahren führt Uwe Sunkel Projekte im nationalen und internationalen Human Resources Umfeld durch. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen des Mittelstands ebenso wie internationale Großkonzerne.

Wenn HR versagt, kommt der Interim Manager

Wenn HR versagt, kommt der Interim Manager

Aussagen wie „das hätten Sie doch vorher sehen müssen" oder „auf solche Situationen müssen Sie sich halt vorbereiten" werden gerne als verbaler Angriff gegen die Personalabteilung benutzt, wenn eine unerwartete Vakanz entsteht. Wenn der Ausfall oder die Kündigung eines wertvollen Mitarbeiters so richtig weh tut, braucht man halt einen Sündenbock. Und wenn dieser angeschlagene HR Manager dann auch noch die Überbrückung mit einem Interim Manager vorschlägt, reißt bei manchen Geschäftsführer auch heute noch der Geduldsfaden.

Interim Management wird hoffähig

Ich räume ein, dass in den letzten Jahren bereits ein Umdenken stattgefunden hat. Interim Management ist hoffähig geworden und hat das Schmuddel-Image der Leiharbeit inzwischen hinter sich gelassen. Aber als gleichberechtigtes personalwirtschaftliches Instrument - neben fest angestellten Mitarbeitern oder Zeitarbeitnehmern - wird es eben auch noch nicht eingesetzt. Wenn wir die Gründe hierfür in unseren Gesprächen mit den Personalverantwortlichen suchen, stoßen wir leider noch immer auf tief sitzende Ängste.

Eines der am häufigsten erlebten Argumente gegen den Einsatz eines Interim Managers lautet: „Wenn ich zu diesem Mittel greifen muss, habe ich als HR Manager versagt." Woher kommt diese Befürchtung? Ich denke, dass wir es hier mit einem historisch gewachsenen Problem zu tun haben.

Nachrichten machen Leute

Man kann das Phänomen dahinter gut mit dem alten Sprichwort „Nachrichten machen Leute" erklären. Über die Human Resources Manager war in den letzten Jahren häufig zu lesen, dass diese ihre historische Chance zur aktiven Mitgestaltung von Organisationen nicht wahrgenommen haben. Stattdessen wurde HR in die Rolle der Rechtfertiger zurück gedrängt. Kein Beitrag zum Umsatz, kein Platz in der Wertschöpfungskette. Wer so etwas regelmäßig liest, glaubt es irgendwann. Nachrichten machen tatsächlich Leute.

Die Personalverantwortlichen haben es andererseits auch nicht wirklich geschickt angestellt, ihre Arbeit positiv zu verkaufen. Anstatt auf ihren Wertbeitrag hinzuweisen und dafür Lob und Dank einzufordern, hat man es zugelassen, dass die eigenen Leistungen als selbstverständliches „Grundrauschen" bewertet wurden. Eine rasch besetzte Führungsposition ist offenbar nicht der Rede wert. Eine korrekte Gehaltsabrechnung für einen Großkonzern eine Selbstverständlichkeit.

Interim Manager oder Overhead?

Diese Positionierung führt zwangsläufig dazu, dass Gutes nicht mehr gesehen wird und Schlechtes dafür umso stärker in den Fokus gerät. Und damit sind wir wieder bei unserem Eingangsbeispiel. Die Wirklichkeit lehrt uns, dass Führungskräfte mitunter sehr kurzfristig abspringen oder wichtige Mitarbeiter aus anderen Gründen (z. B. schwere Erkrankung) ausfallen. Auf solche Situationen kann sich selbst die leistungsfähigste Personalabteilung nicht vorbereiten. Schließlich würde dies bedeuten, für alle Eventualitäten eine Taskforce in der Hinterhand zu haben. Diese Vorstellung hat mit wirtschaftlicher oder verantwortungsvoller Ressourcenplanung nichts zu tun.

Der Einsatz eines Interim Managers als rettendes personalwirtschaftliches Instrument ist eine kluge und wirtschaftlich vertretbare Entscheidung. Wenn wirklich Not am Mann ist, hilft kein Lamentieren und keine Schuldzuweisung. Dann muss gehandelt werden - und zwar umgehend. Ein Interim Manager, Interim Projektmanager oder Interim Experte ist die einzige Option, mit der das Problem schnell gelöst werden kann. Herkömmliche Recruiting Methoden sind dafür gänzlich ungeeignet.

Die Kosten sind schuld

Im Übrigen werden die Kosten für den Einsatz eines Interim Managers dann gerne als Ausrede vorgeschoben. Viel zu teuer, passt nicht in unser Budget, das können wir uns nicht leisten. Aus meiner Erfahrung werden solche Begründungen aber nur dann vorgetragen, wenn der Entscheider die tatsächlichen Kosten für einen Einsatz gar nicht kennt. Dann schreckt zunächst der vermeintlich viel zu hohe Tagessatz ab. Wer aber die Kosten für eine Festanstellung inklusive Recruitingprozess, aller Nebenkosten und ggf. Umsatzausfall durch Nichtbesetzung einmal ernsthaft gegenrechnet, der sieht sehr schnell, dass ein Interim Manager nicht wirklich teurer ist. Einen Vergleichsrechner, um dies selbst einmal zu überprüfen, finden Sie übrigens in unserem Downloadbereich.

Viele andere Einsatzmöglichkeiten

Ich fokussiere hier natürlich nur auf eines der vielen Einsatzszenarios für einen Interim Manager. Neben der kurzfristigen Vakanzüberbrückung gibt es viele andere gute Gründe - z. B. die Beauftragung eines externen Projektmanagers, welcher Ressource, Fachwissen und Projekterfahrung in einer Person mitbringt. Doch das ist ein Thema für sich und kann hier allein aus Zeitgründen nicht im Detail beschrieben werden.

Mein Appell an alle Human Resources Manager lautet daher: Traut Euch, auch unkonventionelle Lösungen vorzuschlagen. Manchmal muss man eben auch Widerstände aushalten können, wenn man am Ende mit einer guten Lösung glänzen möchte.

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Interim Recruiting oder Active Sourcing?
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Kommentare 1

Gäste - wasi am Mittwoch, 26. Februar 2014 22:00

Als ich persönlich verbinde verbinde den Interim Manager stark mit dem Begriff „Krise“. Doch mir ist bewusst, dass dies natürlich nicht ganz richtig ist. Ein Interim Manager hat so viele Einsatzmöglichkeiten. Human Recourse ist wohl das Paradebeispiel.
Kürzlich erst habe ich ein sehr schönes Beispiel gelesen. „Manchmal führt auch der Einsatz als Interim-CFO zum dauerhaften Vorstandsposten. So ist beispielsweise Annaballa Bassler seit rund eineinhalb Jahren festangestellte Finanzchefin bei Ringier.“ [Quelle: http://www.finance-magazin.de/persoenlich-personal/karriere/cfo-auf-zeit-das-muessen-interim-finanzchefs-koennen/ ]
Da kann man auch sehen wie schön Interim Management und Human Recourse Management zusammenspielen können. Nicht umsonst wächst das Berufsbild der Interim Managers so stark.

Gruß,
W.

Als ich persönlich verbinde verbinde den Interim Manager stark mit dem Begriff „Krise“. Doch mir ist bewusst, dass dies natürlich nicht ganz richtig ist. Ein Interim Manager hat so viele Einsatzmöglichkeiten. Human Recourse ist wohl das Paradebeispiel. Kürzlich erst habe ich ein sehr schönes Beispiel gelesen. „Manchmal führt auch der Einsatz als Interim-CFO zum dauerhaften Vorstandsposten. So ist beispielsweise Annaballa Bassler seit rund eineinhalb Jahren festangestellte Finanzchefin bei Ringier.“ [Quelle: http://www.finance-magazin.de/persoenlich-personal/karriere/cfo-auf-zeit-das-muessen-interim-finanzchefs-koennen/ ] Da kann man auch sehen wie schön Interim Management und Human Recourse Management zusammenspielen können. Nicht umsonst wächst das Berufsbild der Interim Managers so stark. Gruß, W.
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