Uwe Sunkel

Seit über 20 Jahren führt Uwe Sunkel Projekte im nationalen und internationalen Human Resources Umfeld durch. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen des Mittelstands ebenso wie internationale Großkonzerne.

Twitter - der neue Shooting Star im Recruiting

Twitter - der neue Shooting Star im Recruiting

Ja, ich war auch einer von denen, die lange nicht verstanden haben, wozu Twitter gut sein soll. Was die Welt auf Twitter zu erzählen hatte, interessierte mich nicht die Bohne. Zumindest in den meisten Fällen. Und was den Einsatz im Recruiting anbelangte, so hatte ich meine Zweifel, dass 140 Zeichen ausreichen, um einen geeigneten Kandidaten zu finden.

Ich lerne dazu ...

Doch andererseits werde ich einerseits älter (um nicht zu sagen „weiser") und andererseits hat kein geringerer als Steve Jobs die Kurznachrichten zur Unternehmenskultur erhoben. Per Email! Seine Emails waren gefürchtet und gehasst. Denn er beschränkte sich auf das Wesentliche, lies nicht selten Anrede und Grußformel weg und gab seinen Anweisungen damit den kruden Charme militärischer Befehle. Jeff Bezos macht das übrigens auch so.

Davon kann man natürlich halten, was man will. Es ist irgendwie auch eine Frage der Höflichkeit, wie man miteinander kommuniziert. Wenn ich mir aber meine eigenen Emails so anschaue, dann finde ich auch Übertreibungen auf der anderen Seite. Wir haben z. B. einen Lieferanten, der beginnt jede Email mit „Sehr geehrter Herr Sunkel" - selbst dann, wenn es die Antwort auf die Antwort auf die Antwort auf die Antwort ist. Sie verstehen, was ich meine? Unnötig.

Der Relaunch von Twitter

Doch ich schweife vom Thema ab ... Zurück zu Twitter. Gerade erst gab es einen inhaltlichen und optischen Relaunch der im Jahr 2006 gegründeten Plattform. Sehet die Zeichen der Zeit - es sind mehr als 140! Was sich da tut, ist bedeutend. Schon längst sind die sogenannten Tweets keine verkrüppelten Textfragmente mehr. Vielmehr hat der Content und das Layout inzwischen Einzug gehalten. Tweets lassen sich mit Bildern aufhübschen oder als Credo auf der Profilseite des Verfassers fest-pinnen. Auch insgesamt bieten die neuen Profilseiten einiges für die Präsentation von Marken, Leistungen und Informationen. Man kann sich dem Eindruck nicht erwehren, dass Twitter zum Angriff auf den Platzhirschen Facebook geblasen hat. Die Ähnlichkeit der Profilseiten ist jedenfalls frappierend (Beispiel: https://twitter.com/consultnet_ir)

consultnet twitter

Auch die Übersichtlichkeit hat gewonnen. So kann der Twitter-User jetzt seine Nachrichten nach verschiedenen Kriterien sortieren und präsentieren.

  • Best Tweets: Tweets, die besonders viel Beachtung gefunden haben, werden etwas größer dargestellt und fallen somit leichter ins Auge.
  • Pinned Tweet: Sie können einen Tweet, der Ihnen besonders wichtig ist, als Startinformation unter die Kopfzeile Ihres Profils pinnen.
  • Filtered Tweets: Entscheiden Sie selbst, welche Tweets auf den Profilseiten anderer Nutzer angezeigt werden. Tweets, Tweets mit Fotos/Videos oder Tweets und Antworten.

Twitter im Recruiting

Doch was sollen wir damit im Recruiting bloß anfangen, fragen Sie sich jetzt vielleicht. Konkretes Beispiel gefällig? Gerne. Twitter entwickelt sich zum idealen Netzwerk, um professionelle Beziehungen aufzubauen. Anders, als in XING, Linkedin oder Facebook müssen Sie die Person, mit der Sie in Kontakt treten wollen, nicht mehr kennen (d. h. als Kontakt hinzugefügt haben). Sie können mit jedem Twitter-Nutzer in Kontakt treten, indem Sie einfach auf dessen Tweets reagieren. Möchten Sie also als Hiring Manager eine bestimmte Zielgruppe auf sich aufmerksam machen, dann schreiben Sie einfach einen interessanten und zielgruppen-relevanten Tweet. Laden Sie gleichzeitig zum Weiterleiten oder Kommentieren ein. Schauen Sie sich dann an, wer z. B. retweeted oder Ihren Beitrag kommentiert hat. Mit den interessanten Kandidaten können Sie dann wiederum in Interaktion treten. Das Gleiche gilt natürlich auch und insbesondere für Stellenangebote, die auf Twitter veröffentlicht werden können.

Natürlich ist das viel Arbeit. Aber inzwischen sollte auch der letzte Recruiter kapiert haben, dass Social Recruiting kein Selbstläufer ist, sondern Hirnschmalz, Engagement und auch Geld erfordert. Wenn Sie nicht bereit oder in der Lage sind, das einzubringen, lassen Sie die Finger davon.

Ich gebe zu, dass ich einige Jahre gebraucht habe, um mich Twitter anzunähern. Bis vor kurzem habe ich die Anstrengungen noch müde belächelt. Inzwischen erkenne ich aber das Potenzial, welches in der Plattform auch für uns Recruiter verborgen liegt. Dieses gilt es in den nächsten Jahren zu heben. Und wer wären wir denn, wenn wir als Early-Adopter da nicht mitmachen würden.

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consultnet Relaunch im Mai 2014
Ein Armutszeugnis für den HR-Bereich

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Montag, 11. Dezember 2017

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