Uwe Sunkel

Seit über 20 Jahren führt Uwe Sunkel Projekte im nationalen und internationalen Human Resources Umfeld durch. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen des Mittelstands ebenso wie internationale Großkonzerne.

Recruiting kommt ins Fernsehen

Recruiting kommt ins Fernsehen

Erinnern Sie sich noch an die Deutschen Anfänge in Sachen "Reality Show"? Soweit ich mich erinnere, war einer der Vorreiter das Big Brother Format, welches im Jahr 2000 erstmalig über die Bildschirme flimmerte. Während sich die Voyeure an den Ausstrahlungen aufgeilten, kritisierten die Anderen die umstrittene Sendung als gesellschaftlichen Tabubruch. In den USA geschah nun das Unfassbare: die erste Recruiting Reality Show wurde im TV ausgestrahlt. Die zweite Staffel ist gerade angelaufen.

In der amerikanischen Reality Show Top Recruiter treten echte Recruiter gegeneinander an. Der Recruiting Prozess - von der Identifikation über die Auswahl bis zur Einstellung wird im TV übertragen. Die Auswahl der Recruiter erfolgte über ein Casting, um sicherzustellen, dass nur gestandene Profis gegeneinander antreten, die "auf einen Fingerschnipp den neuen Marketing Chef von Burger King rekrutieren könnten".

Der Produzent der Show, Chris Lavoie, beschreibt das Format folgendermaßen: "This hit web-reality series puts some of the World's most talented talent professionals in a head-to-head competition to determine who has what it takes to earn the coveted title of Top Recruiter. Top Recruiter offers a rare (and accurate) glimpse of the realities of recruiting designed to edify, and entertain us all."

Pro und Contra

Die Befürworter der Serie proklamieren, dass das tiefe Eintauchen in den Recruiting Prozess für viele Kandidaten sozusagen ein Backstage Pass ist, mit welchem Sie erleben können, was im wirklichen Leben und im Kopf eines Recruiters passiert. Insbesondere an einem Ort wie Miami, der unter besonders hoher Arbeitslosigkeit (ca. 10%) und wirtschaftlichen Problemen leidet, mag ein solcher Bildungsansatz tatsächlich etwas bewirken.

Natürlich leben die Episoden - wie jede Reality Show - von den üblichen Intrigen und gewollt dramatischen Inszenierungen. Gleichzeitig werden aber auch frische Ideen, effektive Recruiting Ansätze und erfolgreiche Strategien in realen Situationen vorgestellt. Wer zwischen Show und Realtiät zu unterscheiden vermag, kann von diesen Informationen durchaus profitieren. Und das gilt für beide Seiten - die Bewerber wie die Unternehmen.

Eine Bewertung

Ich lasse mich bereits an dieser Stelle zu dem Urteil hinreißen, dass mir die Idee gefällt. Als Recruiter habe ich unzählige Interviews erlebt, in denen sich Kandidaten einfach nur schlecht verkauft haben. Das Bewusstsein über die Wichtigkeit der "Marke Ich" kann nachweislich durch das Vorhalten eines Spiegels geschärft werden. Top Recruiter tut das und zeigt z. B. schonungslos, wie Kandidaten durch einen Recruiting Prozess fallen, weil sie zwar nicht auf der fachlichen, dafür aber auf der sozialen Seite Fehler gemacht haben. Ich halte das für einen wichtigen Beitrag.

Auch so mancher Recruiter wird sich bei der Top-Notch-Werkschau die Frage stellen, ob sein Performance Level ausreichend ist, um im Wettkampf um die besten Talente zu gewinnen. Wir wissen, dass die amerikanischen Kollegen neue Werkzeuge wie z. B. Video-Interviews schon lange als selbstverständlich erachten und einsetzen. Auch wenn ich (noch) nicht zu den Befürwortern der Methode gehöre - diese Innovationskraft verdient meine Anerkennung. Auch insofern lohnt sich der Blick auf das, was jenseits des Atlantik geschieht.

Top Recruiter goes Global

Während sich die erste Staffel im Wesentlichen mit dem Arbeitsmarkt am Drehort Miami beschäftigte, treten in der neuen Staffel ("The Global Competition") Recruiter aus den USA, Kanada, der Türkei und Brasilien gegeneinander an. Getragen von einer Welle des Erfolgs wird die zweite Staffel natürlich noch brutaler vermarktet als der erste Wurf. Der Marketing Hype gefällt mir nicht so gut. Ich gehöre aber auch zu den Menschen, die bei jeder Werbepause enes Privatsenders sofort den Kanal wechseln. Man kann es Lavoie andererseits nicht verdenken. Mit diesem Format kann man offenbar gutes Geld verdienen. Über 250.000 Newsletter Abonnenten und mehr als 2 Mio. Aufrufe auf Youtube muss man einfach monetarisieren.

Übrigens: das Casting für die Dritte Staffel hat bereits begonnen. Wenn das etwas für Sie ist, dann können Sie sich hier bewerben.

 

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Interim Manager zum Nulltarif
20 Jahre - und (k)ein bißchen weise

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Montag, 11. Dezember 2017

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